Wie nachhaltig sind deine Lieblingsmarken?

“Wie Flasche leer” – Limo-Marken kaum überzeugend

Es gibt nicht viel Erfrischenderes als eine kühle Limonade. In Sachen Nachhaltigkeit zeigen viele namhafte Marken allerdings eine wenig erfrischende Leistung. Die Herausforderungen für die Branche sind Themen wie Energie- und Wasserbilanz, nachhaltige und wiederverwertbare Verpackungen sowie fair und umweltfreundlich produzierte Früchte, andere Rohstoffe und natürlich Zucker. In unserem neuen Ranking wird jedoch erneut deutlich, dass viele Marken beim Thema Nachhaltigkeit wenn überhaupt nur wenig überzeugend zu Werke gehen. Die Transparenz der Hersteller lässt zudem auch weiterhin zu wünschen übrig.

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Wir haben 29 Limo-Marken analysiert. Das Ranking umfasst die Themenbereiche Klimaschutz Umweltschutz sowie faire Arbeitsbedingungen. Einzig Lemonaid hat dabei die Voraussetzungen für ein B-Label erfüllt und wird als empfehlenswert eingestuft. 26 der 29 eingeschlossenen Marken dagegen ranken mit einem ungenügenden D- oder sogar E-Label. Die meisten Hersteller haben also noch viel zu tun.

Die Bestplatzierten
Lemonaid ist erneut der beste Akteur im Feld, mit 14 von 24 möglichen Punkten. Die Abfüller aus St. Pauli punkten vor allem bei Arbeitsbedingungen und verwenden ökologisch und fair trade zertifizierten Zucker. Gleiches gilt auch für die meisten anderen Rohmaterialien. Zwei weitere deutsche Hersteller, Bionade und Premium-Cola, verdienen sich ein C-Label – beide mit jeweils 11 von 24 Punkten. Während Bionade insbesondere beim Umwelt- & Klimaschutz punktet, verdanken die Premium-Cola’ner ihre gute Position im Ranking vor allem den positiven Bewertungen beim Klimaschutz.

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Der Trend
Von den erwähnten Ausnahmen abgesehen, gibt der generelle Trend keinen Grund zur Euphorie. Abgesehen von ersten Ansätzen lassen die meisten Hersteller kaum erkennen, dass Themen der sozialen sowie ökologischen Nachhaltigkeit umfassend genug strategisch adressiert und umgesetzt werden. So wissen sowohl Marktführer wie Coca-Cola (inklusive Fanta / Sprite), PepsiCo (inklusive 7Up) und Dr Pepper kaum zu überzeugen wenn es um konkrete Resultate wie eine Verringerung der Klimabilanz geht. Bei beiden Unternehmen ist diese, gemessen an absoluten Kennzahlen, tatsächlich angestiegen. Ebenfalls problematisch: der Bezug fair und umweltfreundlich produzierter Rohwaren sowie die Vermeidung von Verpackungsmüll. Dies trifft auch auf die Schlusslichter im Ranking zu, wie beispielsweise Red Bull, Vita Cola oder afri cola. Im Vergleich zu allen anderen untersuchten Herstellern zeigen sich diese Marken jedoch auch als am intransparentesten – was somit kaum mehr Rückschlüsse auf ihre tatsächliche Nachhaltigkeit zulässt.

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Wie fair ist meine Bank? Faktencheck 2.0

Der Fair Finance Guide Deutschland hat zum zweiten Mal deutsche Geldhäuser unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten analysiert und verglichen: die GLS Bank und Triodos Bank befinden sich weiterhin an der Spitze – die Postbank ist neues Schlusslicht.

Im Vergleich zur Premiere im März dieses Jahres wurde die Zahl der untersuchten Banken auf zehn vergrößert. Analysiert und verglichen wurden die Richtlinien deutscher Banken zu ökologischen und sozial-gesellschaftlichen Aspekten und der Art der Unternehmensführung (ESG) sowie deren Einhaltung. Ein zentraler Befund: Die Nachhaltigkeitsrichtlinien von acht Banken haben sich seit der ersten Untersuchung verbessert, doch es gibt weiterhin inakzeptable Defizite.

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Die Platzierungen:

Die GLS Bank und Triodos Bank liegen erneut an der Spitze, Neueinsteiger Postbank nimmt den letzten Platz ein. Vergleichsweise schlecht steigt auch die zweite neu untersuchte Bank, die HypoVereinsbank (UniCredit Deutschland), ein: Rang 7 unter den zehn untersuchten Geldinstituten. Die katholische Pax-Bank, die bei der ersten Untersuchung noch die schlechteste Bewertung erhielt, macht einen großen Sprung auf Platz 4, direkt hinter die evangelische Bank für Kirche und Diakonie (KD Bank). Unter den konventionellen Großbanken ist die Commerzbank nach wie vor bestplatziert und liegt vor der Deutschen Bank, deren ESG-Selbstverpflichtungen sich aber auch spürbar verbessert haben. Die DZ Bank und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) treten auf der Stelle.

Obwohl laut einer forsa-Umfrage 72 Prozent der Deutschen genau wissen wollen, wie Banken ihre Gelder verwenden, halten sich diesbezüglich viele Geldhäuser nach wie vor bedeckt, so ein Ergebnis der Analyse. „Das Schweigen der Bänker muss ein Ende haben“, fordert Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand vom Facing Finance e.V., der den Fair Finance Guide Deutschland koordiniert. „Solange Banken intransparent agieren oder sogar ihre eigenen Richtlinien unterlaufen, solange werden wir Bankkunden darüber informieren, ob ihre Gelder zum Beispiel für Rüstungsprojekte, Klimazerstörung oder Steuerfluchtgeschäfte verwendet werden“, so Küchenmeister.

Gerade beim Thema Klimawandel haben sich die Banken am wenigsten bewegt und schneiden durchschnittlich am schlechtesten ab. „Es ist schon bemerkenswert, dass ausgerechnet die Landesbank LBBW aus dem grün-schwarzregierten Baden-Württemberg über keinerlei Ausschlusskriterien in Bezug auf den hochgradig klimaschädlichen Energieträger Kohle verfügt“, sagt Sarah Guhr, Projektleiterin des Fair Finance Guide Deutschland. Die Selbstverpflichtungen der untersuchten Banken reichten nicht aus, um die beschlossenen Pariser Klimaziele umzusetzen.

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Die wenigsten Berührungsängste in Bezug auf die Rüstungsindustrie zeigt die Deutsche Bank, wie auch die Konzerntochter Postbank, was aus menschenrechtlicher Sicht sehr problematisch ist. „Die Postbank beruft sich öffentlich ausschließlich auf unverbindliche Universalstandards wie den UN Global Compact“, erklärt Johanna Sydow von Germanwatch. „Auch das erklärt das schlechte Ergebnis bezüglich sozial-gesellschaftlicher Aspekte sowie der Art der Unternehmensführung. “Der Verweis der Bank auf interne Selbstverpflichtungen reiche nicht aus, da diese nicht öffentlich und damit nicht überprüfbar sind.

Auch beim Thema Steuern attestiert der Fair Finance Guide den Banken schlechte Noten mit Verweis auf mangelnde Richtlinien zur Vermeidung von Steuerflucht. Insgesamt tauchen laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung 28 deutsche Geldinstitute in verschiedenen Zusammenhängen in den Panama Papers auf, darunter auch die Commerzbank, die Deutsche Bank, die DZ Bank, die LBBW und die HypoVereinsbank.

„Für die genossenschaftlichen bzw. öffentlich-rechtlichen Institute DZ Bank und die LBBW lassen sich nur geringfügige Verbesserungen feststellen, sie verharren auf den hinteren Plätzen“, kritisiert Antje Schneeweiß von SÜDWIND. Grundsätzlich ist aber ein positiver Einfluss des Fair Finance Guide auf die Branche festzustellen. „In sieben Fällen wurden von Banken verbesserte Nachhaltigkeitsrichtlinien veröffentlicht, die auch auf das Engagement des Fair Finance Guide und den intensiven Dialog mit den Banken zurückzuführen sind“, betont Mario Dziamski von Rank a Brand.

Facing Finance und die Kooperationspartner im Fair Finance Guide werden ihre Zusammenarbeit fortsetzen und ausweiten. Zudem ist vorgesehen, anhand von öffentlich zugänglichen Fallstudien kontinuierlich zu prüfen, ob Banken ihre ESG-Richtlinien einhalten.

Ziel des Fair Finance Guide Deutschland ist es, für Bankkundinnen und -kunden mehr Transparenz und Vergleichbarkeit in Bezug auf die soziale und ökologische Bilanz deutscher Banken herzustellen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle besser beurteilen zu können. Dafür steht das anhand von 250 Kriterien detailliert recherchierte und frei zugängliche ESG-Bewertungsportal zur Verfügung.

 

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Verantwortungsvoll trinken, auch für die Umwelt

Das Oktoberfest ist zwar gerade rum, die nächste Gelegenheit für ein Bier zum Feierabend, Wochenende, Fußballspiel usw. ist aber sicher nicht weit. Auch in diesem Jahr soll daher unser aktualisiertes Ranking zur ökologischen Nachhaltigkeit populärer Biermarken wieder helfen, um auch im Sinne des Klimas und der Umwelt verantwortungsvoll zu trinken.

Untersucht wurden erneut Themen zur Klimabilanz und Effizienz, weiteren Klimazielen, Gebrauch erneuerbarer Energie, Verarbeitung bio-zertifizierter Rohwaren, Wasserbilanz und Effizienz, Verpackungs- und Müllaufkommen sowie Recycling von Abfall.

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Spitzenreiter ist und bleibt wie in den Vorjahren Neumarkter Lammsbräu. Unter allen untersuchten Biermarken überzeugt die Brauerei aus Neumarkt in der Oberpfalz seit jeher beispielsweise mit der konkretesten Nachhaltigkeitsberichterstattung und verarbeitet als einzige Brauerei ausschließlich bio-zertifizierte Rohwaren. Wir stufen Neumarkter Lammsbräu daher mit einem B-Label weiterhin als ’empfehlenswert’ ein.

Auf den weiteren Plätzen folgen Marken der Brauereikonzerne Heineken Group sowie Anheuser-Busch InBev. Die Marken Amstel und Heineken der Heineken Group konnten dabei den zweiten Rang im Ranking ergattern. Beck’s, Corona und Hasseröder von Anheuser-Busch InBev sowie Paulaner nehmen hingegen den dritten Rang ein. All diese Biermarken wurden mit einem C-Label als ‘bedingt empfehlenswert’ eingestuft.

Das Mittelfeld des Rankings formen mit Astra, Warsteiner, Krombacher, Bitburger und Rothaus insbesondere Biermarken aus Deutschland. Jedoch auch die irische Marke Guiness sowie die Niederländer von Grolsch und Alfa finden sich in diesem Segment des Rankings wieder. Mit einem D-Label sowie der Einstufung ‘kaum empfehlenswert’ wissen diese Hersteller bisher allerdings kaum zu überzeugen.

Die größte Gruppe im Ranking erzielt mit einem E-Label allerdings leider die schlechteste Bewertung und wird von uns als ‘nicht empfehlenswert’ eingestuft: Duvel, Störtebeker, Veltins, Augustiner, Erdinger, Flensburger, Jever, Oettinger, Radeberger und Sternburg.

 

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Vor allem bei den D- und E-Label bewerteten Biermarken begründen sich die eher ungenügenden Rankings allerdings auch mit einer kaum aussagekräftigen und nicht transparenten Berichterstattung zum betrieblichen Klima- und Umweltschutz. Diese Brauereien gewähren im Grunde kaum Einblick, wie umweltfreundlich die Biere produziert werden. Mehr Transparenz zu Themen wie Klimaemissionen, Wassereffizienz, Rohwaren oder Verpackungsaufkommen könnten die Rankings der jeweiligen Brauereien mitunter deutlich verbessern.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich so beispielsweise das Ranking von Rothaus von einem ehemals E-Label auf zumindest ein D-Label gesteigert, denn die Angaben zum Anteil erneuerbarer Energie in der Produktion sind seit diesem Jahr deutlicher. Von einem D- auf ein C-Label haben sich zudem die Rankings der Heineken Group und Anheuser-Busch InBev Marken verbessert. Beide Unternehmen konnten auf Konzernebene deutlich verbesserte Klimabilanzen aufweisen, was in Anbetracht der Größe dieser Unternehmen klar als positive Entwicklung bewertet werden kann (Heineken Group von 1.8 Mio. Tonnen CO2e in 2013 auf 1.5 Mio. Tonnen CO2e in 2015 / AB InBev von 6.0 Mio. Tonnen CO2e in 2014 auf 5.2 Mio. Tonnen CO2e in 2015).

Die Rankings der Marken Astra und Warsteiner sind demgegenüber jeweils von einem C-Label auf ein D-Label abgerutscht. Bei Warsteiner ist dies mit zu veralteten Kennzahlen in der Berichterstattung zu begründen, weswegen diese in unser aktuelles Ranking nicht mehr einbezogen werden konnten. Eine aktuellere Berichterstattung ist allerdings in Aussicht. Das Ranking wird dann auf dieser Grundlage nochmals aktualisiert. Der Grund für das schlechtere Ranking von Astra ist hingegen der, dass sich die Klimabilanz des Markeneigners Carlsberg Group zwischen den Jahren 2011 und 2015 nicht mehr ausreichend genug zum positiven entwickelt hat (998,944 Tonnen CO2e in 2011 auf 948,257 Tonnen CO2e in 2015). Eine spezifische Klimabilanz für die Brauerei von Astra wurde zudem nicht veröffentlicht.

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Nachhaltigkeit bei Drogerien: kein Händler empfehlenswert

Mit Budnikowsky, dm-drogerie, Douglas, Müller und Rossmann haben wir erstmals Drogerien zu ihren Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz sowie fairen Handelspraktiken untersucht. Keiner der Händler kann bisher als empfehlenswert eingestuft werden. Die fünf Händler wurden jeweils mit einem D-Label bewertet. Alle Drogerien werden somit als ‘kaum empfehlenswert’ eingestuft. dm-drogerie führt das Ranking dennoch leicht an. Douglas und Rossmann teilen sich hingegen den gemeinsamen letzten Platz.

Die untersuchten Drogerien weisen keine überzeugende Berichterstattung zur Unternehmensverantwortung auf. Alle fünf Händler adressieren das Thema Nachhaltigkeit durchaus auf ihren Webseiten. Eine strukturierte, jährliche Nachhaltigkeitsberichterstattung ist allerdings bei keinem Händler ersichtlich. Drogerien wie dm-drogerie oder Budnikowsky besitzen zwar einen guten Ruf in Sachen Nachhaltigkeit. Aussagekräftige Nachweise liefern sie dafür in der bisherigen Form jedoch kaum. Unternehmen aus ähnlichen Branchen, wie Lebensmitteleinzelhändler oder Hersteller von Kosmetik- und Pflegeprodukten, sind hier mitunter bereits ein deutliches Stück weiter.

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Klimaschutz

Alle Drogerien berichten, dass sie sich für den Klimaschutz einsetzen. Getroffene Maßnahmen im eigenen Geschäftsbetrieb zielen dabei insbesondere auf Energieeffizienz, Logistik sowie den Bezug und die Erzeugung erneuerbarer Energie ab. So machen Budnikowsky und dm-drogerie deutlich, dass die verbrauchte Energie für Elektrizität ausschließlich aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird.

Eine Klimabilanz, die zumindest den eigenen Geschäftsbetrieb umfasst, veröffentlicht jedoch kein Händler. Ob die getroffenen Maßnahmen über die Jahre wirksam gewesen sind ist somit nicht ersichtlich. Wegen der fehlenden Bilanzierung zu den ausgestoßenen Klima-Emissionen verwundert es in der Folge auch nicht, dass keines der untersuchten Unternehmen messbare Klimaschutzziele kommuniziert.

Umweltschutz

Die fünf untersuchten Drogerien führen jeweils Naturkosmetik sowie bio-zertifizierte Lebensmittel im Sortiment und bieten für den nachhaltigen Einkauf somit einige gute Optionen. Den tatsächlichen Anteil nachhaltigerer Produkte am Gesamtsortiment macht allerdings keines der untersuchten Unternehmen deutlich. Somit wird kaum ersichtlich, wie sehr Kriterien zur Nachhaltigkeit bei der Sortimentsgestaltung wirklich von Bedeutung sind.

Umfassende Angaben zur Umweltfreundlichkeit der Eigenmarken im Kosmetikbereich macht ebenfalls kein Händler. Einzig Budnikowsky und dm-drogerie kommunizieren zumindest, dass keine Tierversuche bei den Eigenmarkenprodukten durchgeführt werden. Budnikowsky berichtet darüber hinaus, dass die Eigenmarken im Kosmetikbereich mikroplastikfrei sind. Alle untersuchten Drogerien führen zudem eine eigene Naturkosmetiklinie. Ob jedoch Maßnahmen getroffen werden, um Schadstoffe wie Parabene oder erdölbasierte Inhaltsstoffe aus allen Kosmetikprodukten der Eigenmarken zu entfernen, verdeutlicht hingegen kein Händler.

In Bezug auf Themen zur Ressourceneffizienz überzeugen die untersuchten Drogerien ebenso wenig. Die von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) am 5. August veröffentlichte Studie „Weniger ist mehr: Ressourceneffizienz im europäischen Drogeriehandel“ stützt sich auf unsere Untersuchungsergebnisse und verdeutlicht dies wie folgt: „durch das Angebot an Einwegplastikflaschen, Toilettenpapieren aus Neufasern oder nicht komprimierten Deodorants, verschwenden Drogerien massenhaft wertvolle Rohstoffe und lassen die Abfallberge weiter anwachsen. Gleichzeitig werden keine Daten zum Ressourcenverbrauch des Produktsortiments veröffentlicht und Ziele, den Materialeinsatz zu verringern, nicht festgelegt.“

Fairer Handel

Die Berichterstattung zu Themen des fairen Handels der angebotenen Produkte ist, im Vergleich zu Umwelt- und Klimaschutzthemen, sogar noch spärlicher ausgeprägt. Fair Trade zertifizierte Markenprodukte können zwar beispielsweise bei dm-drogerie und Müller in sämtlichen Produktkategorien wie Lebensmittel, Kosmetik oder Textilien erworben werden. Bisher kann jedoch keines der untersuchten Unternehmen mit einer konkreten Strategie bezüglich einer sozial verantwortlichen Sortimentsgestaltung überzeugen.

Darüber hinaus werden die Drogerien kaum dahingehend deutlich, ob Inhaltsstoffe wie Palm- und Kokosnussöl, Carnaubawachs, Shea- und Kakaobutter für die Kosmetikeigenmarken sozial verantwortlich produziert werden. Gleiches gilt zudem für den Abbau von Mineralien wie Mica. Mit zumindest einigen Informationen zu verantwortungsvollen Beschaffungsmaßnahmen von Sheabutter und Palmöl kann dm-drogerie bei diesem Thema bereits als fortschrittlichste Drogerie hervorgehoben werden. Die bisher dargelegten Resultate sind jedoch auch bei dm-drogerie noch nicht überzeugend.

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Neu im Ranking: Kosmetik & Körperpflege

Wie nachhaltig sind eigentlich Lush, The Body Shop oder L’Oréal? Jeden Monat erreichen uns viele Anfragen für weitere Rankings bisher noch nicht untersuchter Marken. Unter den Marken von bisher noch nicht untersuchten Branchen gehörten Kosmetikmarken dabei immer zu den Marken, die am häufigsten angefragt wurden. Im Rahmen der Natural Beautycase Kampagne der Niederländischen NGO Stoere Vrouwen (dt. Starke Frauen) wurde es nun möglich, dass wir Marken für Kosmetik & Körperpflege erstmals untersuchen konnten. Für den Anfang haben wir 30 Marken untersucht (hier kannst du weitere Marken anfragen, sofern deine Lieblingsmarke noch nicht dabei ist).

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Wie bei unseren anderen Rankings haben wir auch die Kosmetikmarken in den drei Themenbereichen Klima- und Umweltschutz sowie Arbeitsbedingungen untersucht. Neben üblicherweise populären Themen wie Inhaltsstoffen oder Tierschutz, haben uns demnach ebenso Themen wie der Bezug erneuerbarer Energie, Ressourceneffizienz oder faire Arbeitsbedingungen beim Abbau von Mineralien wie Glimmer interessiert (die Bewertungskriterien können im Detail hier eingesehen werden).

Der Spitzenreiter in unserem neuen Ranking für Kosmetikmarken ist Weleda. Auf den weiteren Plätzen folgen mit Dr. Hauschka, Logona, Sante, laveraLiving Nature und Zao ebenfalls ausschließlich Naturkosmetik-Hersteller. Weleda, Dr. Hauschka, Logona und Sante stufen wir mit einem B-Label dabei als ’empfehlenswert’ ein. lavera, Living Nature und Zao erhalten aktuell eine C-Label Bewertung und werden somit als ‘bedingt empfehlenswert’ eingestuft.

Alle weiteren Marken im Ranking schneiden hingegen nicht besser als mit einem D-Label ab (‘kaum empfehlenswert’). Das Feld dieser Marken führen Eucerin und Nivea an. In diesem Segment des Rankings finden sich, neben L’Oréal, Dove oder Maybelline, auch Marken wie The Body Shop, Lush und Yves Rocher wieder.

Das Image dieser drei Marken wird eigentlich ebenfalls mit Begriffen wie ‘natürlich’, ‘Tierschutz’ oder ‘Ressourcenschutz’ assoziiert. Im Rahmen unserer Untersuchungen wird jedoch einerseits nochmal deutlich, dass diese Hersteller beispielsweise bei den verarbeiteten Inhaltsstoffen nicht mit Naturkosmetik-Marken verglichen werden können. So verarbeiten sowohl The Body Shop, Lush wie auch Yves Rocher in einigen Produkten Mikroplastik oder Parabene. Überdies bleiben zu Themen wie Klima-, Material- und / oder Abfallbilanzierung, Nutzung erneuerbarer Energie oder beim Anteil ‘natur’- und / oder ‘bio’-zertifizierter Produkte viele Fragen offen. Bei Lush und The Body Shop wird jedoch zumindest deutlich, dass Tierversuche ausgeschlossen sind.

App Tips zur Überprüfung von Kosmetikprodukten auf kritische Inhaltsstoffe: ToxFox & Codecheck

Neben Estée Lauder, M.A.C und Rimmel London sind zudem mit Aveda und Rituals zwei Marken selbst mit einem E-Label gelistet, die ebenso ein ‘naturbezogenes’ Markenimage pflegen. Diese beiden Hersteller liefern letztlich kaum mehr überzeugende Informationen, welche für ein besseres Ranking nötig wären. Wie bei den meisten D- und E-Label bewerteten Kosmetikmarken ist dies teilweise auch auf eine Nachhaltigkeitsberichterstattung zurückführen die, wie im Fall von Aveda, zwar durchaus umfassend ist, jedoch gleichzeitig weniges Konkretes zur tatsächlichen Nachhaltigkeitsleistung bietet.

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Bei den Konzernen Beiersdorf (Eucerin & Nivea), Unilever (Dermalogica, Dove & Zwitsal) und L’Oréal (Lancôme, L’Oréal, Maybelline und The Body Shop) ist die Berichterstattung teilweise zwar konkreter. Beispielsweise bezüglich Klima-, Material- und Abfallbilanzierungen. Die Marken dieser Hersteller erzielen aktuell jedoch ebenfalls keine guten Bewertungen. Ein bedeutsamer Grund dafür ist, dass diese Hersteller Inhaltsstoffe wie Mikroplastik, Silikone, Paraffine und andere erdölbasierte Inhaltsstoffe in ihren Markenprodukten verarbeiten. Die Verarbeitung genetisch veränderter oder bestrahlter Materialien kann für die jeweiligen Marken zudem ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Marken wie Nivea, L’Oréal oder Dove werden jedoch nicht allein deswegen als ‘kaum empfehlenswert’ eingestuft weil sie aufgrund der verarbeiteten Inhaltsstoffe grundsätzlich nicht als Naturkosmetik-Marken gelten können, sondern auch weil sie in anderen Themenbereichen Defizite aufweisen. So weisen die absoluten Klimabilanzen der eigenen Betriebstätigkeiten für Beiersdorf und L’Oreál einen Anstieg der Emissionen im letzten Berichtsjahr auf, veröffentlichen Unilever und L’Oréal keine aussagekräftigen Bilanzierungen zum jährlichen Materialverbrauch sowie erzeugtem Abfall und schließen sowohl Beiersdorf, L’Oreál wie auch Unilever Tierversuche nicht vollumfänglich aus.

Ebenso bleiben Resultate zu getroffenen Maßnahmen für faire Arbeits- und Handelsbedingungen beim An- / Abbau von tropischen Rohstoffen wie Palmöl, Sheabutter oder Kakaobutter sowie Mineralien wie Glimmer oder Gold zu sehr im Unklaren. Diese Kritikpunkte müssen jedoch auch an die Konzerne Estée Lauder (M.A.C & Estée Lauder) und Coty (Rimmel London) gerichtet werden. Dessen Marken erzielen schließlich lediglich eine E-Label Bewertung und werden somit als ‘nicht empfehlenswert’ eingestuft.

Jene Kosmetikmarken die wir mit einem B- oder C-Label als ’empfehlenswert’ (Weleda, Dr. Hauschka, Logona & Sante) oder zumindest ‘bedingt empfehlenswert’ (lavera, Living Nature & Zao) einstufen, überzeugen hingegen insbesondere bei den Umweltthemen. Sie entsprechen allesamt den Kriterien für Naturkosmetik von beispielsweise NATRUE, Ecocert, Demeter, COSMEBIO und / oder dem BDiH. Sie vermeiden somit auch den Einsatz bedenklicher Inhaltsstoffe wie Parabene, Silikone, Mikroplastik oder anderer erdölbasierter Inhaltsstoffe. Als vollständig vegan kann jedoch keine dieser Marken gelten. lavera erreicht mit etwas mehr als 90% den aktuell höchsten Anteil veganer Produkte.

In den Themenbereichen Klimaschutz und faire Arbeitsbedingungen schneiden die untersuchten Naturkosmetik-Hersteller im Vergleich zu den anderen Kosmetikmarken darüber hinaus nicht wesentlich besser ab. Die veröffentlichten Informationen und / oder Resultate sind auch hier bislang nicht wirklich überzeugend. Die aktuell eher eingeschränkte Berichterstattung zur Nachhaltigkeit verhindert dabei vor allem bei lavera, Living Nature und Zao ein noch besseres Ranking.

 

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Baumwolle: große Käuferunternehmen nicht überzeugend

Baumwolle ist die wichtigste Naturfaser in der Textilindustrie. Der Anbau und die Weiterverarbeitung von Baumwolle hält allerdings schwerwiegende Folgen für Mensch und Umwelt bereit. Wie es um die Maßnahmen und tatsächlichen Resultate zum Bezug nachhaltigerer Baumwolle bei großen Käuferunternehmen bestellt ist, haben wir gemeinsam mit PAN UK, Solidaridad und dem WWF untersucht.

Der Report fasst die Untersuchungsergebnisse zu 37 der größten Bauwolle-Käuferunternehmen wie Adidas Gruppe, H&M GruppeInditexKeringNike, Inc. oder PVH zusammen. Diese Unternehmen produzieren u.a. populäre Marken wie Converse, COS, Puma, Reebok, Tommy Hilfiger oder Zara. Untersucht wurden dabei drei Themenbereiche: Maßnahmen, Resultate und Transparenz.

Download Report (leider nur in englischer Sprache)

Cotton Report 2016
 

Zusammenfassung der Ergebnisse

Kein Unternehmen konnte die maximale Bewertung von 19,5 Punkten erreichen. Mit 12,0 Punkten hat die IKEA Gruppe die beste Bewertung erzielt, gefolgt von C&A Global und H&M Gruppe mit jeweils 9,0 Punkten. Die Adidas Gruppe nimmt zudem mit 7,75 Punkten den dritten Rang ein. Lediglich acht der 37 untersuchten Unternehmen erzielen demgegenüber mehr als 3,0 Punkte. Sechs Unternehmen überschreiten hingegen nicht die 1,0 Punkteschwelle. 12 Unternehmen erzielen gar keinen Bewertungspunkt.

 

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C&A Global und Nike, Inc. wissen bei den getroffenen Maßnahmen zur Verminderung des Einsatzes von Pestiziden, Wasser, Biodiversität, Arbeitsbedingungen und dem Recycling von Baumwolle noch am ehesten zu überzeugen. Kein Unternehmen überzeugt jedoch vollends. So sind zwar insbesondere die am besten bewerteten Unternehmen in Initiativen wie Better Cotton Initiative (BCI), CottonConnect, Textile ExchangeCotton Made in Africa (CmiA) oder dem Organic Cotton Accelerator (OCA) aktiv.

Überzeugende Maßnahmen die über die Mitgliedschaft in diesen Initiativen hinaus gehen und die gesamte Lieferkette für Baumwolle adressieren, werden allerdings kaum ersichtlich. So setzen sich die Mitgliedsunternehmen im Rahmen dieser Initiativen zwar für die Verminderung des Einsatzes von Pestiziden bei den angeschlossenen Farmerbetrieben ein. Die gesamte Baumwollproduktion wird dadurch jedoch nicht adressiert. Ganz abgesehen vom kompletten Ausschluss des Einsatzes von Pestiziden. Ansätze wie OCA stecken zudem noch in den Kinderschuhen.

Ein vergleichbares Bild zeigt sich zudem bei den Themen zum Gebrauch von Wasser beim Anbau, der Erhaltung der Biodiversität und insbesondere den Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen auf den Farmen. So verweisen zwar einige Unternehmen darauf dass der Bezug von Baumwolle aus Ländern wie Turkmenistan, Syrien und insbesondere Uzbekistan ausgeschlossen ist. Informationen zu Standards, Maßnahmen und Resultaten welche die Arbeitsrechte auf den Farmen in der gesamten Baumwollproduktion betreffen, liefert hingegen keines der untersuchten Unternehmen. Vielmehr beschränkt sich die Berichterstattung auch hier wieder auf getroffene Maßnahmen im Rahmen der Mitgliedschaft in Initiativen wie BCI, CottonConnect oder CmiA.

Bei den Bewertungsfragen zum tatsächlichen Bezug von nachhaltigerer Baumwolle erzielt die IKEA Gruppe die meisten Punkte. 57,6% der bezogenen Baumwolle wird entsprechend des BCI-Standards (Better Cotton) produziert. 20% sind zudem recycled. Bio-Baumwolle bezieht die IKEA-Gruppe hingegen nicht. Mit rund 33% deutet demgegenüber C&A Global an, dass hier der höchste Anteil Bio-Baumwolle verarbeitet wird – gefolgt von H&M Gruppe, mit rund 14%. 31 der 37 untersuchten Unternehmen erzielen hingegen gar keinen Bewertungspunkt beim tatsächlichen Bezug von nachhaltigerer Baumwolle.

Neben der Verarbeitung von Bio-Baumwolle, recycelter Baumwolle und Better Cotton wären für eine positive  Bewertung jedenfalls auch CmiA- sowie Fairtrade-Cotton akzeptabel gewesen. Mitunter scheiterte eine positive Bewertung jedoch auch an der mangelhaften Transparenz der Unternehmen. So gehört Inditex zwar zu den bestbewerteten Unternehmen bezüglich getroffener Maßnahmen, wird aber überhaupt nicht deutlich, wie hoch der Anteil bezogener nachhaltigerer Baumwolle tatsächlich ist.

Mangelhafte Transparenz stellt sich auch als Problem bei den Angaben zur Menge der bezogenen Baumwolle dar. Allein VF Corporation (200,000 Tonnen – nach eigenen Angaben rund 1% der globalen Gesamternte), IKEA Gruppe (140,000 Tonnen) und C&A Global (123,500 Tonnen) machen dazu positiv bewertbare Angaben. Aus welchen Ländern die Baumwolle bezogen wird verdeutlichen ausreichend ebenso nur zwei Unternehmen: IKEA Gruppe und C&A Global. In dem Zusammenhang weisen zudem nur die wenigsten Unternehmen auf, dass vollumfängliche Maßnahmen zur Herkunftsbestimmung der bezogenen Baumwolle umgesetzt werden.

Angaben zu den Lieferantenbeziehungen in den nachgelagerten Produktionsstufen (Garn- und Gewebeherstellung sowie Konfektion) macht ebenfalls kaum ein Unternehmen. Die H&M Gruppe weist hier die größte Transparenz auf. Es ist das einzige Unternehmen, welches Lieferantenbeziehungen auch in der Garn- und Gewebeherstellung, soweit bekannt, veröffentlicht. Die Adidas Gruppe, C&A Global, Nike, Inc., Hudson’s Bay, Target Corp. und Wesfarmers machen demgegenüber zumindest Angaben zu den Zulieferern in der Endfertigung der Bekleidung.

 

Detailled-Results

 

Alle Details zu den Untersuchungen gibt es im Report: Download

 

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Elektronik Ranking 2016 – Fairphone weiterhin Spitzenreiter

Wer vollends faire und umweltfreundliche Elektronikprodukte wie Smartphones, Computer und Fernseher kaufen möchte, wird auch im Jahr 2016 nicht auf seine Kosten kommen. Zumindest nicht bei bekannten Markenherstellern wie Apple, Fairphone, Samsung, Sony oder Lenovo.

VerbraucherInnen die auf einzelne Nachhaltigkeitsaspekte wie Klimaschutz, Vermeidung giftiger Chemikalien, Ressourcenschutz, Konfliktmineralien und / oder faire Arbeitsbedingungen in der Produktion besonderen Wert legen, können bei den von uns untersuchten Herstellern jedoch zumindest ansatzweise fündig werden. Das 2016er Update unserer Rankings für Elektronikmarken zeigt zudem, dass einige Hersteller – im Vergleich zu unserem vorherigen Ranking – gute Entwicklungen gemacht haben und das Thema Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Wie in den Vorjahren ist Fairphone allerdings weiterhin der Spitzenreiter im Ranking. Apple belegt zudem noch immer den zweiten Platz. Das ehemals drittplatzierte Unternehmen Nokia ist hingegen aus dem Ranking ausgeschieden. Die für das Ranking relevanten Produktkategorien, beispielsweise Telefone, wurden von Microsoft übernommen. HP ist somit die neue, drittplatzierte Marke im Ranking. Der größte Aufsteiger im Ranking ist ASUS. Im Vergleich zum vorherigen Ranking konnte der Hersteller aus Taiwan das Ranking von 6 auf 14 Bewertungspunkte verbessern (maximal möglich: 39). Die letztplatzierten Unternehmen sind hingegen noch immer ZTE und Nintendo.

 

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Klimaschutz

Apple erzielt hier die meisten Bewertungspunkte. Das Unternehmen trifft Maßnahmen für eine gesteigerte Energieeffizienz der Geräte und veröffentlicht Klimabilanzierungen selbst auf Produktebene. In Bezug auf die eigenen Betriebstätigkeiten macht Apple zudem u.a. deutlich, dass erneuerbare Energie für Elektrizität zu über 90% bezogen wird. Das ist im Vergleich zu allen anderen Herstellern der beste Wert. Allerdings wird noch nicht ausreichend genug verdeutlicht, welche Energiearten zu welchen Anteilen von wo bezogen werden. Ebenso bleibt noch zu sehr im Unklaren, inwiefern die als erneuerbar deklarierte Energie insgesamt zum Ausbau der Kapazitäten für die erneuerbare Energieerzeugung tatsächlich beiträgt.

Klar feststellbar ist hingegen, dass alle untersuchten Hersteller über getroffene Maßnahmen zum Klimaschutz berichten. Insbesondere eine gesteigerte Energieeffizienz der Geräte wird dabei in den Vordergrund gerückt. Abgesehen von Fairphone veröffentlichen zudem alle Unternehmen mindestens eine Scope 1 & 2 Klimabilanz zu den eigenen Betriebstätigkeiten. Im Vergleich zu den Emissionen in der Produktionskette machen diese jedoch den verhältnismäßig geringste Anteil aus. Zu Emissionen in der Produktionskette wird die Berichterstattung bei den meisten Herstellern allerdings bereits wesentlich ungenauer. Die Berichterstattung und Bilanzierung zu den umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen in der Produktionskette muss zukünftig deutlich besser werden.

Umweltschutz

Die Aspekte des Umweltschutzes bei der Herstellung von Elektronikprodukten sind sehr vielfältig. So ist einerseits die Entfernung giftiger Chemikalien wie PVC, bromierte Flammschutzmittel (BFR), Phthalate oder Benzol wichtig. BlackBerry punktet hier, unter allen untersuchten Herstellern, mit drei von vier möglichen Bewertungspunkten am besten. Das Unternehmen hat PVC, BFR, Beryllium und Phthalate aus der Produktion entfernt. Fairphone, Apple, ASUS und Motorola erzielen zudem immerhin zwei Bewertungspunkte. Unternehmen wie HTC, Huawei, Samsung, Nintendo oder ZTE machen hingegen kaum deutlich, wie deren Status bezüglich der Entfernung giftiger Chemikalien ist.

Der Schutz von Ressourcen wie Wasser, Land oder pflanzliche Rohstoffe wird im Ranking ebenfalls erfasst. Kein Unternehmen wartet jedoch zu all diesen Themen mit wirklich überzeugenden Resultaten auf. Das betrifft insbesondere das Thema Landnutzung. Zu diesem Thema wird im Grunde kein Unternehmen wirklich deutlich. Verbesserungen bezüglich Verpackungsmaterialien, dem Recycling von Plastik und dem Verbrauch von Wasser werden hingegen vereinzelt berichtet. HP erzielt zu diesen Themen die meisten Bewertungspunkte, gefolgt von ASUS.

Eine gesteigerte Lebensdauer und Modularität der Geräte weisen ebenfalls einen engen Zusammenhang zum Ressourcenschutz auf (und können den Geldbeutel schonen). Hier setzt weiterhin Fairphone die Maßstäbe. So können Ersatzteile einfach nachbestellt werden. Das Ladekabel wird zudem nur optional zum Produkt angeboten. Via iFixit werden des weiteren ausführliche Tutorials zur Reparatur des Telefons bereitgestellt. Entsprechende iFixit Tutorials gibt es mittlerweile jedoch auch für die anderen Hersteller.

 

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Faire Produktion

Bezüglich fairer Arbeitsbedingungen in der Produktion werden von uns insbesondere zwei Themenschwerpunkte gesetzt: Konfliktmineralien und faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten. Mit neun von 14 möglichen Bewertungspunkten erzielt Fairphone hier die beste Bewertung. Zwar kann auch das Fairphone nicht als vollständig ‘fair’ gelten. Die getroffenen Maßnahmen zum Bezug konfliktfrei abgebauter Mineralien (vor allem bezüglich Zinn und Tantal) sowie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Produktionsstätte in China weisen jedoch vergleichsweise überzeugende Resultate auf.

Auf den weiteren Plätzen folgen Apple und HP, mit acht beziehungsweise sieben erzielten Bewertungspunkten. Unter den großen Herstellern erweisen sich Apple und HP,  zusammen mit Sony, noch am ehesten als engagiert, um den mit Konfliktmineralien in Verbindung gebrachten Problemen Herr zu werden. Keiner der großen Markenhersteller kann allerdings aufweisen, dass zumindest eines der üblichen Konfliktmineralien (Zinn, Tantal, Wolfram und Gold) bereits vollständig konfliktfrei bezogen wird.

Ein vergleichbares Bild zeigt die Berichterstattung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten. Auch hier überzeugt keines der großen Elektronikunternehmen mit einer umfassenden Berichterstattung. Demnach wird nicht deutlich, in welchem Umfang die Arbeitsbedingungen den geforderten Arbeitsstandards (Code of Conduct) der Markenhersteller entsprechen. In dem Zusammenhang ist allerdings wichtig zu betonen, dass die Code of Conduct’s der Markenhersteller selbst jeweils deutliche Schwächen aufweisen. Themen wie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Diskriminierung oder Sicherheit werden zwar eindeutig adressiert. Bei grundlegend wichtigen Arbeitsrechten, wie das uneingeschränkte Recht zum Beitritt in eine Gewerkschaft oder die Zahlung existenzsichernder Löhne, sind die Standards der untersuchten Hersteller jedoch überwiegend nicht ausreichend. Die Schaffung wirklich fairer Arbeitsbedingungen in der Produktion ist somit auf dieser Grundlage bei keinem der großen Markenhersteller in naher Zukunft realistisch.

 

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Nachhaltig online einkaufen? Schwierig

Online Einkaufen.. heute das normalste der Welt. Egal ob Mode, Elektronik oder Lebensmittel – so ziemlich alles kann heute bequem auch von zu Hause, im Büro oder sonst wo gekauft werden. Für uns VerbraucherInnen erleichtert sich dadurch vieles. Die Warenauswahl ist um ein vielfaches größer, Preisvergleiche sind im Nu geschehen und die Ware wird bequem geliefert. Sie muss im Grunde nur entgegengenommen und ausgepackt werden. Und vielleicht direkt wieder zurückgesandt werden.

Der Einzelhandel verlagert sich zusehends ins Netz. Er lässt dabei einerseits eine Vielzahl neuer Handelsunternehmen entstehen. Zudem verändert dieser Prozess die Strukturen der traditionellen Einzel- und Versandhändler. Auch mit Blick auf Themen der Nachhaltigkeit im Handel. Wir haben einige der größten Onlinehändler auf ihre Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz sowie faire Arbeitsbedingungen untersucht. Mit dabei sind auch die drei umsatzstärksten Onlinehändler in Deutschland: Amazon, Otto und Zalando.

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Die Ergebnisse unserer Untersuchungen sind alles andere als positiv. Lediglich Otto wird mit einem C-Label als bedingt empfehlenswert eingestuft. Mit rund 38% erfüllter Bewertungskriterien ist dies, gegenüber allen anderen untersuchten Online-Händlern, jedoch die klar beste Bewertung. Auf dem zweiten Rang folgt Zalando, mit rund 14% erfüllter Bewertungskriterien. Das reicht nur für eine E-Label Bewertung. Online Einkaufen bei Zalando stufen wir demnach als nicht empfehlenswert ein. Gleiches gilt somit auch für alle nachfolgenden Unternehmen wie Amazon, Media Markt, Alternate oder Conrad.

Zu Themen wie klimafreundlicher Versand, Bezug erneuerbarer Energie, Maßnahmen zur Reduzierung der Retoursendungen, Gebrauch umweltfreundlicher Verpackungsmaterialien, Reduzierung des Verpackungsaufkommens, eine umweltfreundliche und faire Sortimentsgestaltung sowie faire Arbeitsbedingungen für die ArbeiterInnen überzeugt demnach kein Händler vollends. Etablierte Händler wie Alternate, Amazon oder Conrad lassen dabei überhaupt nicht erahnen, dass entsprechende Themen von Bedeutung sind. Über allgemeine Botschaften zur Nachhaltigkeit geht die Kommunikation und Berichterstattung dieser Unternehmen jedenfalls nicht hinaus.

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Auch Zalando gehörte bei unseren Untersuchungen in den Vorjahren zu den Unternehmen, wo im Grunde kaum deutlich wurde, ob Themen der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit in Betracht gezogen werden. Im Geschäftsbericht 2015 wurden nun Maßnahmen zur Energieeffizienz, Gebrauch erneuerbarer Energie oder Verpackungsmaterialien erstmals etwas konkreter thematisiert. Im Vergleich zu den anderen Online-Händlern reichte dies bereits aus, um die verhältnismäßig stärkste Verbesserung im Ranking  aufzuweisen. Eine D-Label Bewertung wurde aber dennoch knapp verfehlt.

Der Spitzenreiter Otto weißt hingegen seit Jahren eine Berichterstattung zur Nachhaltigkeit auf. Deutlich umfassender macht das Unternehmen dabei deutlich, welche Maßnahmen zur Nachhaltigkeit umgesetzt werden, welche Ziele gesteckt sind und welche Resultate erreicht wurden. So macht die Otto Gruppe deutlich, wie es um die Klimabilanz des Unternehmens bestellt ist und welche Maßnahmen für eine umweltfreundlichere sowie faire Sortimentsgestaltung umgesetzt werden. Jedoch, Raum für Verbesserung ist auch bei Otto noch eindeutig gegeben. Der Anteil klimaneutraler Lieferungen wird beispielsweise nicht deutlich. Dies gilt zudem auch für die Retourrate und den Anteil umweltfreundlicher Verpackungsmaterialien.

In Bezug auf ArbeiterInnenrechte, insbesondere in den Logistikzentren, kann schließlich kein Online-Händler überzeugen. Lediglich die Otto Gruppe veröffentlicht zumindest einen Verhaltenskodex. Darüber hinaus bleibt allerdings auch hier unklar, wie es um die Arbeitsbedingungen für die ArbeiterInnen tatsächlich bestellt ist.

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Wie fair ist deine Bank?

Wer Wert darauf legt und verhindern will, dass die Bank bei der man Kunde/in ist nicht an der Finanzierung von Rüstungsgeschäften, Nahrungsmittelspekulation, der Befeuerung des Klimawandels oder ähnlich schwierigen Themen beteiligt ist, kann ab heute ein neues Informationsportal nutzen: den Fair Finance Guide – Deutschland.

In Zusammenarbeit mit Facing Finance, Germanwatch und Südwind haben wir untersucht, welche sozialen sowie ökologischen Kriterien die Commerzbank, Deutsche Bank, DZ Bank, GLS Bank, KD-Bank, LBBW, Pax-Bank und Triodos Bank in den Richtlinien für ihre täglichen Finanzgeschäfte verankert haben.

Bank_Ranking_2016

Das Ergebnis kurz zusammengefasst: die GLS Bank, Triodos Bank und die evangelische KD-Bank besetzen das Podest. Die Commerzbank erzielt unter den privaten Großbanken sowie öffentlich-rechtlichen und auch genossenschaftlichen Instituten die beste, jedoch keine gute Bewertung. Die katholische Pax-Bank ist das Schlusslicht im aktuellen Ranking.

Die GLS Bank erfüllt insgesamt 92% aller Bewertungskriterien und erzielt somit ein sehr gutes Resultat. Mit guten 82% folgt die Triodos Bank auf dem zweiten Rang. Den dritten Rang konnte sich, mit insgesamt 63% positiv bewerteten Kriterien, die evangelische KD-Bank sichern. Die weiteren Banken folgen dann mit recht deutlichem Abstand und schneiden dabei längst nicht mehr so positiv ab.  Denn, 35% reichen der Commerzbank bereits, um das Feld der Verfolger anzuführen. Das Schlusslicht im aktuellen Ranking, die katholische Pax-Bank, schafft gar nur magere 3% positiv bewerteter Kriterien.

Resultate-Überblick

Die Plattform hält, unter dem Weblink www.fairfinanceguide.de, viele Details und Vergleichsmöglichkeiten zu den einzelnen Bewertungen der Banken bereit – einschließlich Praxis-Check und der Möglichkeit den Banken positives sowie negatives Feedback zu senden.

Warum wurde der Fair Finance Guide – Deutschland ins Leben gerufen? Dazu Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand der NGO Facing Finance, die den Fair Finance Guide – Deutschland koordiniert:

“Bankkunden haben einfach ein Recht darauf zu erfahren, zu welchen Bedingungen und an welche Unternehmen eine Bank ihr Geld verleiht oder in wen sie investiert, zum Beispiel auch bei der privaten Altersvorsorge. Banken spielen eine zentrale Rolle bei der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, weshalb soziale und ökologische Kriterien ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Geschäftsmodelle sein müssen. Sollten Banken dazu nicht bereit sein, werden ihre Kunden sie früher oder später dazu zwingen – und dazu wollen wir beitragen.”

Der Fair Finance Guide geht dabei in Deutschland nicht als erstes an den Start, sondern ist Teil des Netzwerkes Fair Finance Guide International das bereits in acht Ländern aktiv ist und von annähernd 40 Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, Umweltgruppen und Verbraucherorganisationen getragen wird. Initiiert wurde das Netzwerk von Oxfam Novib. Finanziert wird es von der schwedischen Entwicklungsbehörde Sida.

 

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Rank a Brand, erklärt in 70 Sekunden

Welche Arbeitsrechte haben die NäherInnen meiner Jeans? Welche Schadstoffe stecken in meinem Computer? Ist mein Mobilfunkanbieter klimafreundlich?

Seit bereits vier Jahren untersuchen wir, wie fair, klima- und umweltfreundlich populäre Marken hergestellt werden. Aus den verschiedensten Branchen wie Mode, Elektronik oder Lebensmittel haben wir mittlerweile rund 700 Marken untersucht und gerankt.

Wir finden, es ist nun an der Zeit ein neues Video zur Veranschaulichung unserer Arbeit zu veröffentlichen. Wir hoffen es gefällt euch!

Wie auch bei unseren Rankings wäre unser neues Video nicht ohne die ehrenamtliche Hilfe unseres Teams sowie unserer Freunde möglich gewesen. Ein spezieller Dank gilt daher Viviana sowie INAGAWA.

Wenn auch Du uns unterstützen möchtest, dann hilf uns gerne mit einer Spende oder mach auch mit als Ranker. Danke!