Wie nachhaltig sind deine Lieblingsmarken?

Neuigkeiten und Hintergründe über die Nachhaltigkeit von Marken

Erstmals im Ranking: Supermärkte & Discounter

“Wie nachhaltig ist mein Supermarkt?” So lautete der Titel eines Workshops den wir Anfang Dezember letzten Jahres mit den Studenten der Alanus Hochschule des Studiengangs “Wirtschaft Neu Denken” abgehalten haben. Die rege Diskussion zu unserem Ansatz und ein darauffolgendes Brainstorming zur Entwicklung von Bewertungskriterien für Supermärkte & Discounter bedeuteten damals den Startschuss für das nun veröffentlichte Ranking der populärsten Lebensmittelmärkte unserer Nutzer.

Auf Grundlage einer Vorauswahl zur Abstimmung stehender Supermärkte & Discounter der Workshopteilnehmer, haben wir im Januar nämlich alle unsere Nutzer in die Entscheidung eingebunden, welche Lebensmittelmärkte in das Ranking kommen sollen. Die Umfrage erreichte schließlich knapp 1.200 Stimmen und ergab die folgende Endauswahl: Alnatura, Bio Company, Rewe, Penny, Kaiser’s, Real, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Aldi Süd und Aldi Nord.

Die Bewertungskriterien

Der von uns entwickelte Fragenkatalog umfasst 29 Fragen zu den Bereichen Klimaschutz, Umweltschutz und fairen Arbeitsbedingungen / fairer Handel. Zum Klimaschutz wollten wir z.B. wissen, ob eine Klimabilanz erstellt wird, wie hoch die Emissionseffizienz pro Quadratmeter Verkaufsfläche ist, oder wie hoch der Anteil an erneuerbarer Energie am Gesamtstromverbrauch ist. Im Bereich Umweltschutz stellten wir Fragen zum prozentualen Sortimentsanteil von umweltzertifizierten Produkten, der Sortimentsgestaltung bzgl. Fisch und Käfigeiern, zu progressiven Tierschutzstandards bei Hühnern, Schweinen und Rindfleisch sowie Milchprodukten, zum Umgang mit Soja als Tierfutter, zum Umgang mit Palmöl, Einkaufstüten, Papiergebrauch, Abfallmanagment und Rezyklierungsquoten. Im Themenbereich Faire Arbeitsbedingungen / Fairer Handel stellten wir hauptsächlich Fragen zum Sortimentsanteil zertifizierter Produkte bei klassischen Fair Trade Produkten wie Kakao, Kaffee, Tee oder tropischen Früchten. Besonders haben uns dabei die Eigenmarken der untersuchten Supermärkte & Discounter interessiert. Der Fragenkatalog mit allen Hintergrundinformationen und spezifischen Bewertungskriterien kann hier vollständig eingesehen werden.

Das Ergebnis der Untersuchungen

Die gemeinsamen Spitzenreiter im Ranking: Alnatura und Bio Company

Mit 16 von 29 möglichen Punkten und somit einem B-Label stehen Alnatura und Bio Company gemeinsam auf Platz 1 im Ranking. Dies ist vor allem durch das 100%ige Biosortiment zu erklären, durch das sich viele der Umweltfragen, auch in Bezug auf Fisch, Eier und Tierschutzstandards positiv beantworten ließen. Zudem benutzen beide Unternehmen nur rezykliertes oder aus verantwortlichen Quellen stammendes Papier. In Bezug auf messbare Resultate der getroffenen Klimaschutzmassnahmen sowie den Sortimentsanteilen Fair Trade zertifizierter Produkte, halten sich jedoch beide Märkte bedeckt.

Rewe und Penny im vorderen Mittelfeld

Rewe und Penny, beides Marken der Rewe Gruppe, schneiden mit 12 von 29 Punkten, einem C-Label, als beste Lebensmittelmärkte der größeren Kategorie ab. Die Gründe dafür: – Transparenz zu den Massnahmen beim Klimaschutz, – hohe Emissionseffizienz pro Quadratmeter Verkaufsfläche, – konkrete Angaben zum Biosortiment, – über gesetzliche Standards hinausgehende Strategien zur Haltung von Hühnern für das gesamte Sortiment , – implementierte Strategien zum Bezug von nachhaltigem Soja und Palmöl sowie eine vorbildliche Strategie zum Papiergebrauch. Zudem garantieren Rewe und Penny aktuell als einzige größere Lebensmittelmärkte den Sortimentsausschluss von Käfigeiern. Auch werden Käfigeier nicht in Produkten der Eigenmarken verarbeitet. Zum Gesamtsortiment an Fisch, zu Tierschutzstandards bei Rind und Schweinefleisch, sowie zur Umwelteinflussminimierung von Verpackungen und Abfall fehlen jedoch bis dato konkrete Informationen.

Kaiser’s und Real mit einem D-Label

Kaiser’s und Real setzen sich von den Lebensmittelmärkten im Schlussfeld vor allem durch eine ebenfalls veröffentlichte Klimabilanz und sowie konkrete Angaben zum Sortiment umweltzertifizierter Produkte ab. Beide Märkte, bzw. deren Muttergesellschaften (Metro AG bei Real und Tengelmann bei Kaiser’s) deuten somit an, dass grundlegend wichtige Massnahmen im Nachhaltigkeitsmanagement bereits umgesetzt werden. Insbesondere mit Bezug auf die Implementierung von progressiven Tierschutzstandards sowie Strategien zum nachhaltigen Bezug von Soja und Palmöl fallen die Metro AG und Tengelmann jedoch hinter der Rewe Gruppe zurück. Im Bereich Arbeitsbedingungen / fairer Handel können zudem auch Kaiser’s und Real kaum Punkte erzielen.

Breites E-Label Schlussfeld

Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Aldi Süd und Aldi Nord schneiden im aktuellen Ranking mit einem E-Label ab. Edeka schrammt dabei mit 4 von 29 Punkten knapp an einem D-Label vorbei. Der Supermarkt macht positiv bewertbare Angaben zum Bezug von Soja als Tierfutter und Palmöl. Im Jahr 2009 wurde zudem erstmals eine Klimabilanz erstellt. Diese war für uns jedoch nicht auffindbar und konnte deshalb nicht in die Bewertung einfließen. Die anderen Supermärkte haben zwar bis auf Aldi Nord eigene Seiten zur “Unternehmensverantwortung” oder “Nachhaltigkeit” in ihrem Webauftritt eingerichtet. Aus den dortigen Informationen gehen jedoch keine konkreten Strategien zur Minimierung negativer Umwelt- und Sozialeinflüsse hervor.

Abschließend: Durchweg Intransparenz im Bereich faire Arbeitsbedingungen / fairer Handel

Auffallend ist, dass sich Deutschlands Supermärkte zu Themen des fairen Handels und fairen Arbeitsbedingungen bei klassischen Fair Trade Produkten wie Kaffee, Schokolade oder Bananen sehr bedeckt halten. Anders sieht es da bei unseren Nachbarn in den Niederlanden aus: der Tee und Kaffee der Eigenmarken der Niederländischen Supermärkte Deen und Jumbo wurde etwa komplett nach Sozialstandards – z.B. Fairtrade – zertifiziert. Albert Heijn weist hingegen eine transparente Berichterstattung zu den Fortschritten zu Zertifizierungen der Eigenmarken bei Tee, Kaffee und Schokolade auf. Der Supermarkt Plus berichtet hingegen, dass seit 2010 nur noch Fairtrade zertifizierte Bananen verkauft werden. Derartige Informationen kann bislang leider keiner der von uns untersuchten Supermärkte in Deutschland aufweisen.

Gastronomie Marken zeigen sich kaum nachhaltig

Ob für den schnellen Snack unterwegs oder bewusst angesteuert weil neue Aktionsangebote zu verlockend sind – Deutschland kehrt sehr gerne bei McDonald´s, Nordsee & Co. zum Essen ein. Die Popularität schlägt sich in Zahlen deutlich nieder: 11,573 Mrd. € Nettoumsatz sowie ein Umsatzplus von 3,3 Prozent konnten die 100 größten Gastronomieunternehmen im Jahr 2012 für sich verbuchen (Quelle: Lebensmittelzeitung). Somit stemmen sich Systemgastronomen wie Burger King, Vapiano oder Subway dank der ungebrochenen Verbrauchernachfrage gegen ein reales Minus von -0,5 Prozent dem die gesamte Gastronomiebranche in Deutschland unterliegt (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Diese Stärke am Verbrauchermarkt geht unserer Meinung nach mit einer besonderen Verantwortung einher. Wir haben daher 16 der populärsten Gastronomie Marken auf ihre Maßnahmen zur Nachhaltigkeit untersucht. Um es vorwegzunehmen: Das Ergebnis der Untersuchungen ist nicht positiv. Es lässt sich im Grunde für keine der 16 untersuchten Marken eine Empfehlung aussprechen.

Das Gesamtranking

Gemeinsamer Spitzenreiter im Ranking sind Subway und IKEA Restaurant – jeweils mit einem D-Label. Das ist die vorletzte Bewertungsstufe im Ranking. Marken mit einer solchen Bewertung haben zwar oft bereits erste Maßnahmen zu Klima- und Umweltschutz sowie Fairness in der Zulieferkette getroffen, haben aber insgesamt noch einen weiten Weg für mehr Nachhaltigkeit vor sich. Auf den Plätzen folgen McDonald´s und Burger King. Ebenfalls mit einem D-Label. Das sehr breite Schlussfeld E-Label gerankter Marken wird von Nordsee, Petit Bistro und Maredo angeführt.

Umweltschutz? Spärlich

Schwerpunktmäßig wurden die Gastronomieunternehmen auf Maßnahmen zum Umweltschutz untersucht – mit Hinblick auf tierische Produkte, Soja, Palmöl, Obst, Gemüse, Getreide, Getränke, vegetarische Menüs sowie Müll- und Verpackungsvermeidung. Aus den Untersuchungen wurde deutlich, dass sich die Marken bezüglich konkreter Informationen zum Umwelteinsatz sehr bedeckt halten. Über umweltschonende Maßnahmen informieren fast alle untersuchten Marken entweder gar nichts oder nur sehr ansatzweise. Mit üblichen Marketingbotschaften wie „Qualitätsniveau nach höchsten Ansprüchen“ oder „Genuss mit guten Gefühl und erstklassige Produkte in höchster Qualität“ glänzen alle Marken hingegen gekonnt.

Subway, IKEA und McDonald’s vermitteln in ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung noch am ehesten, dass breitangelegte, strukturelle Maßnahmen im Sinne des Umweltschutzes getroffen wurden. Die veröffentlichten Zielformulierungen sowie Äußerungen zu den eigenen Tierschutzstandards und Umweltzertifizierungen bei einzelnen Zutaten zeigen jedoch im Gesamtbild auf, dass auch Subway, IKEA und McDonald´s mit ihren Maßnahmen erst am Anfang stehen.

Klimaschutz? Nur eine Marke vorbildlich.

IKEA zeigt als einziges Unternehmen, dass Klimaschutz im Nachhaltigkeitsmanagement eine zentrale Rolle spielt. Der Mutterkonzern der IKEA Restaurants berichtet beispielsweise, dass 48% des kompletten Energiebedarfs für alle IKEA Geschäfte im Jahr 2012 aus erneuerbaren Energien bezogen wurden. Die Klimabilanz der IKEA Gruppe wies zudem eine Reduktion der CO2 Emissionen der eigenen Betriebstätigkeiten um rund 17% im Vergleich zum Vorjahr auf. Keines der anderen untersuchten Gastronomieunternehmen konnte ähnliche Angaben zum Gebrauch erneuerbarer Energie oder der Reduktion der CO2-Emissionen aufweisen. McDonald´s Deutschland weist zwar eine ähnlich gute Berichterstattung zum Klimaschutz auf, nicht so jedoch die Konzernmutter aus den USA.

Fair Trade? Nur in Ansätzen.

Für Verbraucher die vorzugsweise fair angebaute und gehandelte Produkte kaufen, halten die untersuchten Gastronomie Marken in ihrem Angebot wenig bereit. Lediglich Subway, IKEA Restaurant, McDonald’s, Burger King und Petit Bistro bieten ihren Kunden fair gehandelte Produkte, was sich jedoch sehr stark auf UTZ Certified oder Rainforest Alliance zertifizierten Kaffee beschränkt. Mit Bezug auf andere klassische Fair Trade Produktarten wie Schokolade, Tee oder tropische Früchte ist ein nach Sozialstandards zertifiziertes Produktangebot kaum existent.

Resümee

Alles in allem bleibt für den Moment festzuhalten, dass es in der Branche der Systemgastronomen im Sinne der Nachhaltigkeit noch viel zu tun gibt. Die Verantwortung die diese Unternehmen tragen ist in jedem Fall ungemein groß und beschränkt sich nicht nur auf den deutschen Verbrauchermarkt. Denn, rein exemplarisch: Vapiano, die aufstrebende Restaurantkette aus Bonn, ist mittlerweile in 30 Ländern präsent. Nordsee hat mittlerweile selbst in Dubai eine Filiale eröffnet. McDonald´s hat täglich in 119 Ländern 69 Millionen Kunden zu Gast.

Welche Supermärkte sollen wir ranken?

Wie fair, klima- oder umweltfreundlich sind eigentlich die Supermärkte in denen wir täglich unsere Lebensmittel einkaufen? Wir möchten das herausfinden und beginnen daher ab Februar mit Untersuchungen zur Nachhaltigkeit von Deutschen Supermärkten.

Bevor wir jedoch mit den Untersuchungen beginnen, wollen wir von Euch wissen, welche Supermärkte wir untersuchen sollen. Auf Facebook führen wir daher bis zum 31. Januar eine Abstimmung durch. Dort, ebenso wie hier im Kommentarfeld zum Blog, können die Stimmen abgegeben werden. Die Vorauswahl zum Start der Abstimmung ist:

- Edeka

- Aldi Süd

- Alnatura

- Rewe

- basic

- Lidl

- denn´s

- Penny

- Netto

- Globus

Diese 10 Supermärkte wurden von den Studenten der Alanus-Hochschule im Rahmen des Workshops `Wie nachhaltig ist mein Supermarkt?´in die Vorauswahl gewählt.

Themen unserer Untersuchungen zur Nachhaltigkeit von Supermärkten

Während der Untersuchungen wollen wir z.B. in Erfahrung bringen wie erfolgreich die Supermärkte im Senken der Klimaemissionen sind, wieviel Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen stammen, welche Maßnahmen sie zum Schutz von Tieren umsetzen, wieviel Prozent des umgesetzten Gesamtsortimients umweltzertifiziert sind, welche Maßnahmen getroffen werden um Abfall zu reduzieren oder ob die Eigenmarken der Supermärkte nach Fair Trade Standards zertifiziert sind.

Hier geht es zur Abstimmung – sie läuft bis zum 31.Januar, wir sind gespannt auf das Endergebnis!

Kaum Transparenz zur Nachhaltigkeit bei Deutschen Brauereien

Im September haben wir unsere Fans auf Facebook gefragt: Was sind eure Lieblingsbiermarken? Die Top10 hatten wir daraufhin im Oktober untersucht. An die Spitze des Rankings hatte es dabei Neumarkter Lammsbräu geschafft, gefolgt von Astra und Guinness. Im November haben wir von uns aus den Blick auf acht weitere Marken gerichtet. Diesmal im Fokus: Marken die es in unserer Nutzerabstimmung nicht in die Top10 schafften, jedoch im Jahr 2011 zu den meistabgesetzten Biermarken in Deutschland gehörten. Untersucht hatten wir daher noch die folgenden Marken: Oettinger, Bitburger, Warsteiner, Hasseröder, Veltins, Paulaner, Radeberger und Erdinger.

Erfreuliche Ergebnisse folgten den Untersuchungen jedoch kaum. Hasseröder, mit einem C-Label, und Paulaner, mit einem D-Label, schnitten von den im November untersuchten Marken noch am besten ab. Alle anderen Marken haben hingegen lediglich ein E-Label erhalten – die letzte Bewertungsstufe im Ranking. Zurückzuführen ist das auf die geringe Transparenz zur Nachhaltigkeit. Eingereiht in das Ranking zu den beliebtesten Biermarken unserer Nutzer (Augustiner, Astra, Beck´s, Rothaus, Flensburger, Sternburg, Jever, Neumarkter Lammsbräu, Guinness und Krombacher) hat sich somit das folgende aktuelle Gesamtranking ergeben.

Neumarkter Lammsbräu weiterhin beste Marke im Ranking

Die Privatbrauerei aus Neumarkt in der Oberpfalz behauptet sich im Ranking also auch gegenüber den größten Brauereien Deutschlands. Bereits in der Berichterstattung ist die Marke dabei Traditionsmarken wie Krombacher und Veltins oder Brauereigruppen wie der Radeberger Gruppe und Warsteiner Gruppe einen klaren Schritt voraus, denn Neumarkter Lammsbräu berichtet nach dem höchsten Berichtsstandard der Global Reporting Initiative (GRI).  Auch kann die Marke Bestwerte beim Bezug von erneuerbarer Energie, dem Gebrauch umweltzertifizierter Rohwaren sowie der Bilanzierung zum Verpackungsmanagement für sich verbuchen. Bei den Effizienzwerten zum Wasserverbrauch und CO2-Ausstoß je produziertem Hektoliter Bier sind hingegen andere Marken besser.

Auf den weiteren Rängen

Die Marken Astra, Guinness, Beck´s und Hasseröder folgen auf den weiteren Plätzen, profitieren jedoch ausschließlich von der Nachhaltigkeitsberichterstattung ihrer internationalen Obergesellschaften Carlsberg Group (Astra), Diageo (Guinness) und ABInBev (Beck´s und Hasseröder). Gepunktet wird insbesondere durch hohe Emissions- und Wassereffizienzwerte bei der Bierproduktion sowie der Veröffentlichung der Wasser- und CO2-Bilanzen.

Das breite Schlussfeld wird von vielen Traditionsmarken gebildet. Marken wie Augustiner (die populärste Biermarke unserer Nutzer), Oettinger (absatzstärkste Biermarke in Deutschland in 2011) oder Rothaus (Badische Staatsbrauerei) erhalten durch wenig Transparenz zur Nachhaltigkeit kaum Punkte im Ranking.

Im internationalen Vergleich

Der im Jahr 2012 erstmalig veröffentlichte Bericht „The Environmental Performance of the European Brewing Sector“ des europäischen Dachverbands The Brewers of Europe bestätigt hinsichtlich Transparenz das Ergebnis unserer Untersuchungen: Deutsche Brauereien weisen im europäischen Vergleich die geringste Transparenz in Bezug auf Umweltleistungen auf. Einher geht diese Intransparenz mit dem wiederum deutlich größten Produktionsvolumen an Bier in Europa. Besonders auffällig ist, dass insbesondere Deutsche Brauereigruppen wie die Radeberger Gruppe, Brau Holding International, Bitburger Braugruppe oder Warsteiner Gruppe im Vergleich zu internationalen Brauereigruppen wie Carlsberg Group, ABInBev oder Heineken N.V. bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung klar im Verzug sind. Auf die Beurteilungsfähigkeit zur Nachhaltigkeit der mitunter populärsten Biermarken Deutschlands wirkt sich dieser Umstand nicht gut aus.

Die geringe Auskunftsfreudigkeit zur Nachhaltigkeit kann für Deutschlands Brauereien in Zukunft wesentliche Reputations- und Regulierungsrisiken bedeuten welche sich auf das betriebswirtschaftliche Ergebnis auswirken. Reputationsrisiken ergeben sich aus der erhöhten Verbrauchernachfrage nach nachhaltig produzierten Konsumprodukten sowie einer insgesamt kritischer werdenden Verbrauchergesellschaft. Regulierungsrisiken ergeben sich beispielsweise durch eine geplante EU-Regulierung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen. Der dazu bereits 2011 veröffentlichte Gesetzesentwurf wurde zwar noch nicht aufgenommen. Es weist aber vieles daraufhin, dass eine Forcierung der Thematik auf politischer Ebene stattfindet und in Zukunft Gestalt annehmen wird.

Branchenbericht 2012 – Bier

Im Zuge unserer Untersuchungen haben wir im Dezember den “Branchenbericht 2012 – Bier” erstellt. Dieser Bericht bietet einen umfassenden Überblick zu den  Bewertungsgrundlagen für unsere Rankings im Biersektor, den aktuellen Stand zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der untersuchten Biermarken, eine übersichtliche Erläuterung der Untersuchungsergebnisse sowie eine darauf basierende Handlungsempfehlung zum Nachhaltigkeitsmanagement und der Kommunikationsarbeit dazu.

Weitere Informationen zur Bestellung des Berichts sind hier zu finden.

Schokolade von GEPA Spitze im Ranking

Es weihnachtet sehr! Weil die wohl schönste Jahreszeit auch die süßeste ist, widmen wir uns eine Woche vor Heiligabend den von uns untersuchten Schokoladenmarken.

Wenn man über Nachhaltigkeit und Schokolade nachdenkt, landen die Gedanken sicher oft sofort beim Thema “Fairness”. Die Bandbreite ist dabei groß. Schlagwörter sind Unfairer Handel, Unfaire Löhne, Sklaven-  oder Kinderarbeit. Deshalb finden sich auch in unserem Fragenkatalog für Schokolade 9 von 22 Fragen zum Thema Arbeitsbedingungen und fairem Handel wieder. Darin fragen wir nach dem Gesamtanteil an Rohwaren von zertifizierten Plantagen, auf denen bspw. keine Kinder sowie Menschen unter Zwang arbeiten und den Farmern und Arbeitern, die den Kakao produzieren, ein fairer Lebensstandard ermöglicht wird. Zudem fragen wir nach einer Veröffentlichung der Zulieferliste und nach der Bestrebung bis 2015 nur noch nachhaltig produziertes Palmöl zu verwenden.

Aber auch im Bereich Klima- und Umweltschutz haben wir einige Fragen. Im Bereich Klimaschutz wollen wir wissen, ob die Markenhersteller eine CO2-Bilanz erstellen, Reduktionen der Emissionen bereits erreicht haben,  darüber hinaus weitere Reduzierungen anstreben und zudem beim Klimaschutz in den Zulieferbetrieben mitwirken. Beim Umweltschutz fragen wir nach dem Gesamtanteil umweltzertifizierter Rohwaren, dem Bestreben zum Bezug von nachhaltigem Palmöl sowie Maßnahmen zur Verpackungsminimierung, bzw. zum Einsatz umweltfreundlicherer Verpackung.

Die folgende Scorecard zeigt das Ergebniss unserer Untersuchungen im Dezember.


“The Fair Trade Company” klarer Spitzenreiter im Ranking

GEPA, die Marke der selbst ernannten “Fair Trade Company”, ist ganz vorne im Ranking positioniert.  Die Marke ist komplett biologisch und Fairtrade zertifiziert, bezieht ausschließlich nachhaltiges Palmöl und kann überzeugende Strategien zum Klimaschutz aufweisen. Zudem veröffentlicht GEPA eine Liste der Zulieferer. Das ist eine absolute Ausnahme. Intransparenz an dieser Stelle wird von vielen Unternehmen oft mit Wettbewerbsgründen verteidigt – mitunter selbst von Branchenriesen. Insgesamt vermissen wir von GEPA nur die Veröffentlichung der CO2-Bilanz und weitergehende Informationen zum Verpackungsmanagement. Nichtsdestotrotz, alles in allem punktet GEPA fast auf der ganzen Linie und erhält daher ein A-Label.

Auf Rang Zwei: Green & Black´s

Mit einem B-Label folgt die britische Marke Green & Black’s auf dem zweiten Rank im Ranking. Die Marke gehört zum MondelÄ“z International Konzern – ebenso wie die Marken Milka und Toblerone. Die Schokolade von Green & Black´s ist zu 100 % Fairtrade und durch die “Soil Association”, einer Initiative für biologische Landwirtschaft, zertifiziert. Das sorgt im Vergleich zu Milka und Toblerone für den klaren Unterschied im Ranking, denn diese beiden Marken können bisher keine Zertifizierungen aufweisen, erhalten daher aktuell nur ein D-Label und finden sich somit im Schlussfeld wieder.

Dominanz im Mittelfeld von den Marken der Branchenriesen

Im Mittelfed des Rankings angesiedelt sind sämtliche Marken der großen Konzerne Nestlé (Kitkat, Smarties, Lion, After Eight und Nestlé Crunch), Ferrero (Kinder, Ferrero Rocher und Mon Cheri) und Mars Inc. (Balisto, Twix, m&m´s, Snickers, Mars, Bounty, Milky Way und Maltesers). Zwischen den Marken innerhalb eines Konzerns gibt es jedoch durchaus Unterschiede in der Bewertung. So befindet sich beispielsweise Kitkat auf dem alleinigen dritten Platz im Ranking. Das liegt vor allem daran, dass Kitkat eine der Marken ist, für die Nestlé plant den Kakao bis 2014 zu 100 % durch UTZ zu zertifizieren. Im Moment ist der für Kitkat verwendete Kakao in Europa jedoch erst zu 10 % UTZ zertifiziert. Nichtsdestotrotz, im Verlgeich zu anderen Nestlé Marken wie Lion oder After Eight ist das schonmal ein klare Zielvorgabe an die sich der Konzern messen lassen muss. Ob der Fokus von Nestlé auf die Marke Kitkat mit der Greenpeace Kampagne von 2010 zusammenhängt, lässt sich nicht genau belegen – die Vermutung liegt jedoch sehr nahe. Bei den Marken von Ferrero und Mars Inc. gab es hingegen kaum klare Unterschiede, weswegen sich die Bewertungen dieser Marken als ein großes Einheitsbild darstellen.

Im Schlussfeld des Rankings: Beliebte Traditionsmarken

Ritter Sport, Merci, Lindt und wie oben bereits erwähnt Milka finden sich am Ende des Rankings wieder. Das stimmt etwas bedenklich, denn all diese Marken gehören zu den beliebtesten Schoko-Marken der Deutschen. Verwunderung tut sich bei unseren Nutzern oft vor allem bei Ritter Sport auf. Diese Marke weißt eigentlich ein sehr gutes Image zur Nachhaltigkeit auf. Uns blieben jedoch insbesondere die Fragen zur CO2-Bilanz und der Zertifizierung der Schokolade nicht konkret genug beantwortet. Zum gleichen Schluss kam im Übrigen auch der SWR mit seinem Ritter Sport Marktcheck im September diesen Jahres.

Zum Schluss, ein Empfehlung an den Weihnachtsmann?

Die Marken mit dem A & B-Label!

Sportmarken unter der Lupe – PUMA Top im Ranking

Wenn wir uns Sportschuhe kaufen sind meist zwei Sachen wichtig: sie müssen schick und funktional sein. Was dabei nicht so eindeutig sichtbar ist: die schicken Sportschuhe aus dem Geschäft erzählen ihre ganz eigene Geschichte. Und die beginnt oft bei einem Rind.

Denn viele Sportschuhe sind aus Leder gemacht. Zumeist wird die Nachfrage nach diesem Leder durch Rinderfarmen in Brasilien gedeckt. Dafür wird oft Platz gemacht und müssen, mal wieder, Wälder des Amazonas weichen. Zudem leben die Mitarbeiter auf den Farmen zumeist in Baracken und erleiden mitunter, ebenso wie die Rinder, Misshandlung und Folter.

Die Rinderhäute werden daraufhin zumeist nach Indien oder Bangladesch verschifft um gegerbt zu werden. Die dabei gebrauchten Chemikalien verschmutzen oft das Grundwasser wodurch der regionale Landbau Schaden nimmt. Auch hier sind die Konsequenzen für Arbeiter nicht selten drastisch: Verschmutzung der Atemwege, Asthma und Hautkrankheiten oder auch Krebs und Erblindung.

Um eines vorweg zu nehmen: keine der durch uns untersuchten Sportmarken liefert klare Informationen dazu, ob der Bezug von Leder aus Amazonasgebieten eindeutig vermieden wird. Das ist sehr ernüchternd und wir fordern insbesondere zu diesem Thema mehr Transparenz.

Die Ergebnisse der Untersuchungen

Wir haben 16 Sportmarken, speziell, aber nicht nur in Bezug auf Schuhe, untersucht. Die folgende Scorecard zeigt das Gesamtranking. Puma hat die Topposition inne.


Klimaschutz

Bei Fragen zum Klimaschutz interessiert uns, ob die Hersteller eine grundsätzliche Strategie zum Klimaschutz verfolgen, ihre Klimabilanz veröffentlichen und über eventuelle Emissionsreduktionen berichten. Zudem wollen wir klare Äußerungen über weitere Reduktionsziele in den nächsten Jahren (mind. 20% innerhalb von 5 Jahren).

Puma tut sich im Bereich Klimaschutz besonderes erwähnenswert hervor und erhält als einzige Marke die volle Punktzahl. Unter anderem hat Puma die CO2-Emissionen der eigenen Geschäftsbereiche zwischen 2011 und 2010 um rund 12,6% gesenkt. Keine andere Marke konnte vergleichbar gute Werte aufweisen, beziehungsweise veröffentlichen die meisten anderen Hersteller ihre Klimabilanz gar nicht erst. Die gute Bewertung beim Klimaschutz ist auch der hauptsächliche Grund dafür, dass sich Puma gegenüber allen anderen Sportmarken im Gesamtranking absetzen konnte.

Die Marken New Balance, Helly Hansen, Lotto Sport, Uhlsport und Asics sowie die Markeneigner Adidas-Gruppe (Adidas und Reebok), Nike Inc. (Nike und Umbro) sowie Hanesbrands (Champion) haben ebenso erste Punkte beim Klimaschutz erreicht. Diese Marken(eigner) berichten zumindestens über ihre Strategien zum Klimaschutz. Keine dieser Marken kann jedoch vergleichbar gute Emissionsreduktionen und weiterführende Klimaschutzziele wie Puma aufweisen. Aus diesem Grund liegen all diese Marken beim Klimaschutz mit einem klaren Abstand hinter Puma zurück.

Ganz abgeschlagen sind zudem die Marken Kappa, Fila, hummel, Diadora und Lonsdale. Diese Marken veröffentlichen gar keine Informationen  zum Klimaschutz und erhalten daher in diesem Bereich keinen Rankingpunkt.

Umweltschutz

In Bezug auf Umweltschutz interessierte uns im Kern die Verarbeitung von biologischen oder rezyklierten Rohstoffen, sowie der Umgang mit Wasser und Chemikalien. Speziell wollten wir wissen, ob die Marken den Einsatz von Chromium III und Chromium IV bei der Gerbung von Leder ebenso wie den Einsatz von PVC ausschließen. Zudem, ob sie sich klar dagegen aussprechen, Leder von Rinderfarmen aus Amazonasgebieten zu beziehen. Auch interessierte es uns, ob der Gerbrauch von Lösungsmitteln für Schuhe reduziert wird und die durchschnittlichen Werte der flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), unter deren Anwendung Menschen dauerhaft erkranken können, der einzelnen Hersteller nicht höher als max. 40Gramm pro produzierten Paar Schuhe sind.

Nike, Puma und Adidas berichten am transparentesten über ihren Einsatz zum Umweltschutz und haben daher auch in diesem Bereich des Rankings die Nase vorn. Nike ist, ebenso wie Adidas Mitglied in der Better Cotton Initiative und bezieht daher bereits einen nicht geringfügigen Anteil an biologischer Baumwolle. Bis zum Jahr 2020 hat sich Nike zudem das Ziel gesetzt zu 100% nachhaltig produzierte Baumwolle zu beziehen. Ob diese Ziele allerdings auch für die Nike Inc. Marke Umbro zutreffen wird aus der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Nike Inc. nicht deutlich. Die Adidas-Gruppe (Adidas & Reebok) hat sich das gleiche Ziel wie Nike gesteckt, jedoch bereits zum Jahr 2018.

Puma berichtet hingegen, dass bereits im Jahr 2011 16% der Apparel Kleidung aus nachhaltigen Rohstoffen (Cotton made in Africa) produziert wurden. Über den Gebrauch von biologischen oder rezyklierten Rohstoffen, berichten zudem ebenso die Marken Helly Hansen, Champion, New Balance, Asics und hummel. Unklarheit herrscht hingegen bei Lotto Sport, Kappa, Fila, Uhlsport, Diadora und Lonsdale.

Die geringsten VOC Werte pro Paar Schuhe kann aktuell Nike mit ca. 14gr. pro Paar Schuhe aufweisen. Es folgen: Adidas mit 23 gr. und Puma mit 37gr. Nike, Puma, Umbro und Asics berichten zudem, dass ihre Produkte PVC-frei sind. Die Adidas-Gruppe berichtet, dass dies beinahe der Fall ist. Die anderen Marken berichten keine oder unzureichende Informationen zur Verwendung von PVC.

Bezüglich der Beseitigung gefährlicher Chemikalien und eines umweltfreundlichen (Ab)Wassermanagements haben Puma, Nike Inc. (Nike & Umbro) und die Adidas-Gruppe (Adidas & Reebok) das Zero-Discharge Commitment von Greenpeace unterzeichnet. Produkte von Helly Hansen sind hingegen zu Teilen bluesign zertifiziert. Die restlichen Marken berichten nichts oder unzureichendes zum (Ab)Wassermanagement und Chemikaliengebrauch im Produktionsprozess.

Faire Arbeitsbedingungen

In Bezug auf Arbeitsbedingungen wollten wir wissen, ob die Marken einen Verhaltenskodex haben der z.B. Kinderarbeit verbietet oder einen fairen Lohn fordert. Die Forderung nach Mindestlöhnen ist dabei für uns nicht ausreichend. Es muss ein lebbarer Lohn gefordert werden, der die Existenz der Arbeiter in den Fabriken realistisch sicherstellt. Zudem wollen wir wissen, ob die Marken Mitglied einer Multi-Stakeholder-Initiative (MSI) sind die sich gemeinsam mit den Herstellern für faire Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben einsetzt.

Sämtliche Marken – Puma, Nike, Adidas, Reebok, Umbro, Champion, New Balance und Asics sind Mitglied in der Fair Labor Association (FLA). Damit hat die NGO in der Sportmodeindustrie eine sehr starke Position eingenommen und ist somit die gewichtigste MSI. Die FLA weist jedoch nicht unbedingt die bestmöglichen Standards und Arbeitsweisen auf. Der eigene Verhaltenskodex der FLA, welchen die Hersteller oft übernehmen und sich darauf beziehen, entspricht beispielsweise nicht zumindestens den Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO). Der Verhaltenskodex hat Schwächen zu Arbeitszeiten, Lohn und Vereinigungsfreiheit / Gewerkschaftsbildung. Das sind jedoch sehr sensible Punkte welche oft anderen Problemen wie Kinderarbeit strukturell vorgelagert sind. Alle genannten FLA-Mitglieder haben daher keinen besonders vorbildlichen Verhaltenskodex. Zudem kündigt die FLA Besuche bei Zulieferbetrieben für Auditierungen an. Auch das ist keine optimale Arbeitsweise. Insgesamt jedoch bewerten wir das gemeinsame Engagement der Marken mit der FLA nichtsdestotrotz als einen positiven und wichtigen Entwicklungsschritt.

Den besten Verhaltenskodex weist Helly Hansen auf. Klare Bestimmungen zu Arbeitszeiten fehlen jedoch auch bei Helly Hansen. Helly Hansen engagiert sich ebenfalls in einer MSI für die Durchsetzung fairer Arbeitsbedingungen – der Ethical Trading Initiative Norway (ETI-Norway). Somit ist Helly Hansen auch die einzige Marke, die Mitglied einer anderen MSI statt der FLA ist.

Alle Marken die im Schlussfeld des Rankings liegen – Lotto Sport, Kappa, Fila, hummel, Uhlsport, Diadora und Lonsdale, berichten hingegen nichts über eine Mitgliedschaft in einer MSI. Im Gegenteil dazu haben wir bei Uhlsport vor einigen Monaten gar irrenführende Angaben zur Mitgliedschaft in der Business Social Compliance Inititative (BSCI) aufgedeckt. Die Verhaltenskodizes der Marken im Schlussfeld des Rankings sind zudem sehr unzureichend, beziehungsweise wird ein solcher Kodex gar nicht erst veröffentlicht.

Keine aller untersuchten Sportmarken macht zudem explizit deutlich, ob deren Verhaltenskodex für Zulieferer, sofern existent, auch für Betriebe in der Lederproduktion Anwendung findet.

Lobenswert hervorzuheben ist hingegen, dass Nike Inc. (Nike und Umbro) und die Adidas-Gruppe (Adidas und Reebok) die Namen und Adressen ihrer Zulieferer veröffentlichen. Das ist insgesamt eher selten und wird oft mit Wettbewerbsargumenten verteidigt. Nike Inc. und Adidas-Gruppe setzen an dieser Stelle ein klares Zeichen hinsichtlich Transparenz.

Kurzes Résumé zum Schluss

Es bleibt festzuhalten, dass insbesondere die großen Markenhersteller mit einer sehr ausführlichen Berichterstattung zur Nachhaltigkeit aufwarten und am konkretesten über Maßnahmen und erreichte Ziele im Nachhaltigkeitsmanagement berichten. Ein Grund dafür ist sicher auch das große öffentliche Interesse zu ethischen und umweltfreundlichen Verhaltensweisen bei großen Modekonzernen.

Der Schuh hinsichtlich Transparenz zur Nachhaltigkeit drückt hingegen sehr bei den mittelgroßen Marken. Ein gesteigertes öffentliches Interesse zur Unternehmensverantwortung bei diesen Herstellern wäre daher ebenso sehr wünschenswert und im Grunde nur konsequent. Themen für ein gesteigertes öffentliches Interesse gegenüber allen Herstellern gibt es in jedem Fall viele. Die Lederproduktion, wie eingangs exemplarisch hervorgehoben, wäre ein möglicher Schwerpunkt.

Und die Gewinner sind…

Neumarkter Lammsbräu, Astra und Guinness! Das sind die Top 3 Biermarken bei uns im Ranking.

Letzten Monat haben wir unsere Fans nach ihrem Lieblingsbier gefragt. Es gab eine rege Beteiligung: Knapp 500 Stimmen wurden abgegeben und mehr als 70 Marken vorgeschlagen. Hier die Top 10:

Augustiner (48), Astra (44), Beck’s (41), Rothaus (31), Flensburger (27), Sternburg (26), Jever (26), Neumarkter (21), Guinness Beer (13) und Krombacher (13).

Fünf der zehn untersuchten Marken berichten transparent über Nachhaltigkeit

Auffallend ist (siehe Grafik), dass sich die Top fünf von den unteren fünf deutlich abheben. Das liegt daran, dass die oberen alle einen weitestgehend detaillierten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. Die anderen fünf Marken zeigten erstaunlich wenig Transparenz bei konkreten Informationen.

Die Top fünf berichten über ihren CO2-Fußabdruck, Emissionseffizienz, Wasserfußabdruck und -effizenz und den Anteil erneuerbarer Energie an der Produktion.

Neumarkter Lammsbräu ist dabei die transparenteste und nachhaltigste Bierbrauerei, mit einem B-Label. Neben den genannten Daten führte vor allem die 100% Nutzung biologisch zertifizierter Rohstoffe zu diesem Ergebnis.

Warum eigentlich die Umfragen?

Für die meisten mag es klar sein. Aber wir möchten an dieser Stelle gerne kurz ansprechen, warum wir diese Umfragen eigentlich machen und warum sie auch in Zukunft wichtig sind:

1. Rank a Brand ist in erster Linie für die Nutzer. Es soll zur Orientierung täglicher Kaufentscheidungen dienen. Damit das wirklich funktioniert, müssen wir wissen welche Marken ihr gerne im Ranking haben möchtet.

2. Ihr schafft damit einen “Business Case” für Unternehmen, ihre Themen der Nachhaltigkeit zu managen und transparent darüber zu berichten. Der Kunde ist heute mehr König denn je. Und wenn ihr weiterhin durch Eure Stimmen zeigt wie wichtig es euch ist, dass eure Produkte fair, klima- und umweltfreundlich hergestellt werden, dann werden die Unternehmen anfangen ihre Prozesse entsprechend zu optimieren.

Ergo: Jede Stimme zählt, ist ein Ausdruck von Meinungsäußerung und kann etwas bewirken.

Auch in Zukunft freuen wir uns deshalb über Eure Teilnahme!

 

Welche Biermarken sollen wir für euch ranken?

Nach unserer Soft-Drink Umfrage vor zwei Monaten starten wir nun den nächsten Sektor mit einem Aufruf auf unserer Facebook Seite an alle Nutzer: Welche Biermarken sollen wir für euch auf Nachhaltigkeit untersuchen? In unseren Kriterien für Bier fragen wir unter anderem nach Emissionseffizienz (wie viel Ausstoß CO2 pro Hektoliter Bier), Gebrauch erneuerbarer Energie in der Produktion, Gebrauch organisch angebauter Rohstoffe, Wassereffizienz pro Hektoliter Bier, Recycling- und Mehrwegraten und Strategien zur Leichtverpackung.

Wie letztes Mal geben wir euch einige Vorschläge, aber jeder kann natürlich selber Biermarken hinzufügen:

- Oettinger
- Krombacher
- Bitburger
- Veltins
- Becks
- Hasseroeder
- Paulaner
- Radeberger
- Erdinger
- Gaffel
- Flensburger
- Rothaus
- Augustiner
- Carlsberg
- Neumarkter Lammsbräu

Die Umfrage schließt in genau einer Woche. Auch via Twitter könnt ihr abstimmen. Sendet dann bitte via @RankaBrand_de eure Marke(n). Als Kommentar zu diesem Blog ist eine Abstimmung natürlich ebenfalls möglich. Wir freuen uns auf fröhliches Abstimmen und darauf euch beim nächsten Bierkauf eine kleine Handlungsempfehlung mit auf den Weg geben zu können!

Und, wie nachhaltig sind deine Jeans?

Für eine bessere Navigation auf der Website teilen wir gerade die großen Sektoren in Subsektoren auf und stellen sie hier nach und nach vor. Diesmal gibt es einen kleinen Überblick über bekannte Jeansmarken. Dazu haben wir auch einmal ein paar Kriterien der Bereiche Klimaschutz, Umwelt und Arbeitsbedingungen hinzugefügt, damit Ihr seht was für die Herstellung von Jeans eigentlich relevant ist.

 

Was wenn deine Marke schlecht abschneidet? Dann am besten über unsere Website eine Email an sie senden und darum bitten in Sachen Nachhaltigkeit vor allem erst einmal transparenter zu werden. Wie das geht? Einfach Markenprofil aufrufen und rechts im Kasten „Was du tun kannst“ auf „Marke Feedback senden“ klicken und Mail abschicken.

 

DAS ERGEBNIS

Cheap Monday und Nudie Jeans liegen derzeit mit einem B-Label vorne. Kuyichi, Only, Levi’s und G-Star befinden sich im mittleren Bereich mit einem C-Label. Hintenan stehen die Marken Mustang, Diesel und Replay, die bislang keine Transparenz zur Nachhaltigkeit zeigen.

 

CHEAP MONDAY – BESSERE ARBEITSBEDINGUNGEN IN DER LIEFERKETTE

Cheap Monday, eine Marke von H&M, überzeugt vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit der Fair Labor Association. Sie veröffentlicht einen Bericht über Audits in Zulieferbetrieben und hat einen Compliance Level von 77 %. Das bedeutet, dass die Vorgaben für eine faire Mitarbeiterbehandlung zu Dreiviertel von den Zulieferbetrieben eingehalten wurden. Im Bereich Klimaschutz hat die Marke leider nachgelassen. Während früher durch H&M eine komplette CO2-Bilanz offengelegt wurde, wird nun nur noch über die Emissionen relativ zum Absatz berichtet. Es ist also unklar ob die Emissionen der eigenen Geschäftsbereiche (Scope 1 und 2) gesunken oder gestiegen sind.

 

NUDIE JEANS – NACHHALTIGE ROHSTOFFE UND FAIRE ARBEIT

Nudie Jeans verarbeitet zu 43 % Baumwolle das mit dem GOTS Siegel zertifiziert wurde. Das ist der höchste Anteil unter den bei uns gerankten Jeans-Herstellern. Auch im Bereich Arbeitsbedingungen schneidet Nudie Jeans mit einem A-Label ab. In Zusammenarbeit mit der Fair Wear Foundation verbessert die Marke aktiv die Arbeitsbedingungen in den Zuliefererbetrieben. Klare Ergebnisse über bisherige Audits in den Zulieferbetrieben gibt der aktuelle Auditbericht jedoch noch nicht her. Im Bereich Klimaschutz hält sich Nudie Jeans nach wie vor bedeckt und macht keine Angaben.

 

LEVI’S – GLOBALER MARKTFÜHRER ABER NUR BEDINGT TRANSPARENT

Levi’s hat zwar eine Regelung zur Verminderung der CO2-Emissionen. Die bisher erreichten Senkungen der Emissionen, ebenso wie die gesteckten Ziele zur weiteren Verringerung der CO2-Bilanz, sind nach unseren Kriterien jedoch noch nicht weitreichend genug. 95 % der gesamt verarbeiteten Rohstoffe von Levi’s ist Baumwolle. Levi’s ist Mitglied der Better Cotton Initiative zur umweltverträglicheren Baumwollherstellung, jedoch ist nicht klar wie viel Prozent der gesamten Baumwolle das aktuell betrifft. In Bezug auf Arbeitsbedingungen veröffentlicht Levi’s einen überzeugenden Code of Conduct und eine Liste aller Zuliefererbetriebe, informiert bislang jedoch nicht ueber eine Zusammenarbeit mit einer NGO wie der Fair Labor Association, Made-By oder Ethical Trading Initiative für eine weitere Verbesserung  der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben. Ein solche Kooperation waere jedoch wichtig, denn immerhin produziert Levi’s in weltweit 44 Ländern rund 800 Betrieben.

 

SO WEIT, SO GUT.

Die 21 untersuchten Jeansmarken weisen aktuell eine Transparenz von insgesamt 19 % auf. Davon 11 % im Bereich Klimaschutz, 14 % im Bereich Umwelt und 28 % im Bereich Arbeitsbedingungen. Es bleibt also in allen drei Bereichen noch viel Raum für eine transparentere Berichterstattung zur Unternehmensverantwortung.

LemonAid und Premium Cola – Top im Ranking

Vor gut einer Woche wollten wir von unseren Nutzern wissen welche 10 Softdrink-Marken wir für sie auf Nachhaltigkeit untersuchen sollen. Nach stolzen 682 Stimmen stand das Ergebnis fest: Premium-Cola (107Stimmen), Club Mate (92), Bionade (75), Red Bull (57), fritz-kola (57), LemonAid (45), Afri-Cola (32), Almdudler (19), Dr Pepper (9) und Punica (8) sollten wir untersuchen.

Das Ergebnis

LemonAid und Premium Cola, mit jeweils einem B-Label, sind die derzeit nachhaltigsten Softdrink-Marken in unserem Ranking. Mit ihren Resultaten führen sie die Top 10 unserer Nutzer deutlich an.

LemonAid – Bio & Fair

LemonAid überzeugt vor allem durch ein klares Bekenntnis zu Fairness in der Zulieferkette, biologisch angebauten Zutaten und der ausschließlichen Nutzung von Glas- statt PET-Flaschen. Im Bereich Klimaschutz und Wassernutzung gab es jedoch klare Abstriche. Hier wünschen wir uns noch mehr Transparenz.

Premium Cola – Selbstbewusst & Transparent

Premium Cola hat uns besonders überrascht. Die Marke hatte ihre Fans einfach selber darum gebeten, an unserer Umfrage teilzunehmen um in die Top 10 zu rutschen. Das Ergebnis dieser selbstbewussten Aufforderung: Platz 1 in der finalen Abstimmung! Das finden wir super, denn so signalisiert die Marke, dass sie sich Gedanken macht und nichts zu verbergen hat. Premium Cola überzeugt vor allem durch CO2-Neutralität, bevorzugt lokalem Anbau der Zutaten und nutzt genauso wie LemonAid, fritz-kola und Club Mate ausschließlich Glasflaschen. Biologisch sind die Zutaten von Premium Cola noch nicht. Daran wird aber gearbeitet.

Eine besondere Überraschung, aber leider keine gute – Bionade

Entsprechend unserer Erwartungen berichtet Bionade eigentlich sehr ausführlich über das eigene Nachhaltigkeitsengagement. Erwartungsgemäß konnten zudem Punkte für den biologischen Anbau der Zutaten vergeben werden. Zusammen mit LemonAid ist Bionade somit die einzige der untersuchten Marken, die überwiegend biologisch angebaute Zutaten verwendet. Unsere Fragen zum Klimaschutz, Ressourceneinsatz in der Herstellung der Verpackungen, Wasserfußabruck sowie Fairness in der Zulieferkette blieben jedoch zu großen Teilen unbeantwortet. Daher ist Bionade mit einem D-Label und 4 von 23 möglichen Punkten im Schlussfeld der insgesamt 19 gerankten Soft Drink Marken angesiedelt.

Die letzten im Ranking – Red Bull, Almdudler & Afri Cola

Alle drei Marken haben ein E-Label erhalten, die letzte Bewertungsstufe. Es wird nämlich kaum dazu berichtet wie fair, klima- und umweltfreundlich Produkte von Red Bull, Almdudler und Afri Cola herstellt und gehandelt werden. Die Fans von Red Bull, Almdudler und Afri Cola können somit nicht nachvollziehen, ob die Marken nach Kriterien der Nachhaltigkeit empfehlenswert sind.

Der Blick aufs Ganze

Im Juni hatten wir bereits Soft Drink Marken wie Coca Cola, Pepsi, Orangina oder Schweppes gerankt. Uns fiel dabei auf, dass sich keine Marke mit einer besonders guten Bewertung hervortun konnte. ‘Klassenbester’ waren die Coca Cola Marken Coca Cola, Sprite und Fanta, mit einer D-Label Bewertung, dichtgefolgt von einer ganzen Reihe ebenfalls D-Label bewerteter Marken. Mit Bezug auf die Gesamtheit hat sich daran auch nach den Bewertungen der Lieblingsmarken unser Nutzer nicht viel geändert. Die meisten neubewerteten Marken haben sich mit ihrer D-Label Bewertung ebenfalls im breiten Feld eingefunden.

Unser Wunsch nach neuen ‘Klassenbesten’ im Ranking hat sich allerdings erfüllt. In puncto Nachhaltigkeit geben von nun an LemonAid und Premium Cola den Ton an!