Wie nachhaltig sind deine Lieblingsmarken?

Wer liefert die saubersten Bits und Bytes?

 

 

Dass alle Daten die wir täglich über Smartphone und Laptop nutzen und erstellen irgendwo in Form von physischer Masse hinterlegt sein müssen, ist nicht immer allen klar. Google, Facebook und Co. betreiben riesige Datenzentren in abgelegenen Gebieten. Mittlerweile sind einige Anbieter von Internetdiensten zu großen Unternehmen herangewachsen: Google hat zum Beispiel knapp 50.000 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 50.18 Milliarden US-Dollar in 2012.

Unternehmen wie Google verbrauchen damit eine ganze Menge Energie, vor allem für die Nutzung dieser Datenzentren. Studien zeigen einen Anteil der betreffenden Unternehmen am globalen Gesamtstromverbrauch von ca. 1.5%. Und das ist eine ganze Menge. Während wir also mittlerweile 1.2 Zettabyte (Zum Vergleich: 1 Zettabyte entspricht etwa 250 Milliarden DVDs) an Tweets, Youtube Videos, geteilten Inhalten über Facebook, iTunes Downloads, Emails und andere Daten erstellt haben, bauen die Internetunternehmen zunehmend neue Datenzentren, um alle diese Daten zu erfassen.

Aufgrund der enormen Menge an Energie die dafür benötigt wird, liegt für uns die Frage nahe, wie diese Energie gewonnen und wie mit ihr umgegangen wird. Die großen Unternehmen des 21sten Jahrhunderts werden gerne als innovativ und fortschrittlich betrachtet. Doch wie zukunftstauglich sind diese wirklich? Das wollten wir in unseren Untersuchungen der populärsten Websites gerne wissen.

 

Was haben wir genau untersucht?

Unsere Fragen bei Websites beziehen sich aufgrund des thematischen Schwerpunkts Energie größtenteils auf Maßnahmen zum Klimaschutz und die Klimabilanz. 10 von insgesamt 13 Fragen beziehen sich auf die Klimabilanz, CO2-Reduktionen und Kompensierungsmaßnahmen, Zielsetzungen zu Emissionen, Gebrauch erneuerbarer Energie und Energieeffizienz der Datenzentren. Zudem fragen wir nach umweltschonender Verwertung elektronischen Abfalls und einer umweltfreundlichen und sozialverträglichen Einkaufsstrategie. Der Fragenkatalog kann hier eingesehen werden.

 

Die Ergebnisse – Google Vorreiter im Ranking

Während die meisten der durch uns bewerteten Marken mit einem mageren E-Label abschneiden, ist die Gruppe der Vorreiter im Vergleich zum letzten Ranking gewachsen. Als Pionier tut sich dabei nach wie vor Google auf (und die dazugehörigen Dienste Youtube, Gmail und Google+). Das Unternehmen befindet sich mit einem B-Label im vorderen Bereich des Rankings. Unter anderem die Energieeffizienz der Datenzentren, der Gebrauch erneuerbarer Energie und der Umgang mit Abfall haben zu diesem Ergebnis geführt. Zudem arbeitet das Unternehmen weiter an nachhaltigeren Gebäuden, dem Bezug regionaler Lebensmittel und Kaffee aus fairem Anbau. Insgesamt ist Google im Vergleich zu seinen Mitstreitern damit überdurchschnittlich transparent.

Doch auch bei Google gibt es noch einiges zu verbessern. Strom wird zwar zu 33% aus erneuerbaren Quellen bezogen. Davon stammen allerdings nur 13% nicht aus dem allgemeinen Strommix. Zudem verzeichnet das Unternehmen einen Anstieg der Klimabilanz.

 

Auffallende Kluft zwischen Google und dem Rest

Insgesamt ist der Abstand von Google in der Bewertung zu den anderen Unternehmen sehr auffällig. Mit 9 von 13 Punkten erreicht Google mehr als zwei Mal so viele Punkte wie die darauffolgenden Unternehmen in der Rangliste. Den zweiten Platz im Ranking teilen sich Facebook und Microsoft (mit Outlook.com, Bing, MSN, Skype) mit 4 von 13 positiv beantworteten Fragen und damit einem D-Label. Die Deutsche Telekom, dicht gefolgt von Ebay, platziert sich dahinter mit einem schwächeren D-Label.

Die lange Liste mit einem E-Label und damit kaum transparenten Marken folgt: Flickr, Yahoo!, Amazon, Wikipedia, Myspace, Dropbox, Twitter, LinkedIn und Pinterest.

 

Deutsche Anbieter wie GMX, Web.de, Zalando und Xing kaum transparent

Besonders auffallend ist zudem dass die weiteren deutschen Anbieter wie GMX, Web.de, Zalando und Xing alle nicht transparent über relevante Themen berichten und damit auch mit einem E-Label abschneiden. Das beste deutsche Unternehmen ist aktuell die Deutsche Telekom, mit einem ebenfalls mageren D-Label.

Aus Nutzersicht lässt somit kaum nachvollziehen, ob deutsche Anbieter aus Nachhaltigkeitssicht empfehlenswerter sind.

Gleiches gilt auch mit Bezug auf das Gesamtresultat der Untersuchungen. Egal ob bspw. Mailprovider, Suchmaschine oder Webshop, egal ob Newcomer wie Pinterest oder Dropbox, egal ob altbekannte Websites wie Wikipedia oder Twitter – die Nutzer tappen noch sehr im dunkeln wie nachhaltig sie eigentlich surfen.

Unsere aktuelle Forderung an die Web-Unternehmen ist daher einfach formuliert: Bitte mehr Transparenz in Sachen Nachhaltigkeit!

 

 

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