Wie nachhaltig sind deine Lieblingsmarken?

Mustang Jeans beim Greenwashing ertappt

Vor einigen Tagen haben wir die aktualisierten Rankings für Jeans Marken veröffentlicht. Mit dabei: die Jeansmarke Mustang, aus Künzelsau in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich Mustang dabei von einem E-Label auf ein D-Label gesteigert. Der Grund dafür war die Kommunikation zur Mitgliedschaft in der BSCI (Business Social Compliance Initiative). Die BSCI ist eine Initiative von Unternehmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den globalen Produktionsketten.

Screen Shot vom 19.11.2013 von Mustang´s Website

Nachdem wir bei vorherigen Untersuchungen bereits die Modemarken Uhlsport und After Eden beim Greenwashing durch Falschangaben in Sachen BSCI-Mitgliedschaft ertappt haben, werfen wir seither zur Verifizierung der Angaben immer einen Blick in das Mitgliederverzeichnis der BSCI. Mustang haben wir darin nicht finden können. In der Folge haben wir Kontakt zur BSCI aufgenommen. Es wurde bestätigt dass die Angabe von Mustang höchstwahrscheinlich nicht der Wahrheit entspricht. Die BSCI versicherte darauf hin, dass der Angelegenheit nachgegangen wird.

Heute haben wir einen erneuten Blick auf die Website von Mustang geworfen. Von einer Mitgliedschaft in der BSCI ist nun nichts mehr zu lesen.

Screen Shot vom 26.11.2013 von Mustang´s Website

 

 

Die unwahrheitsgemäße Angabe zur Mitgliedschaft in der BSCI auf der Internetseite von Mustang wird vom kanadischen Unternehmen TerraChoice als “Sin of Fibbing” (dt. “Sünde falscher Aussagen”) bezeichnet. In Sachen “Sünden” des Greenwashings ist diese Form des Greenwashing besonders dreist. Weil man einen Blick in das öffentliche Mitgliederverzeichnis der BSCI werfen kann, ist eine Falschangabe wie im Fall von Mustang zudem besonders naiv.

Frech ist zudem, dass Mustang mit Bezug auf die Berichterstattung der Medien zu den problematischen Produktionsbedingungen in der Lieferkette hingegen folgendes Statement abgibt:

“Damit können wir von MUSTANG als sozial engagierter Arbeitgeber im Rahmen der Lieferkette die Einhaltung im größtmöglichen Umfang gewährleisten. Leider sind die Berichterstattungen der Medien nicht immer repräsentativ für die objektiven Arbeitsbedingungen in den einzelnen Ländern.”

 

Zum Abschluß: Im März 2012 wurde Mustang Chef Heiner Sefranek im Rahmen der ARD-Doku “Preis der Blues Jeans” zu Lohnkosten in der Produktion befragt (ab Minute 43). In der Folge klagte Heiner Sefranek, dass diese in China mittlerweile steigen und man vielleicht bald nur noch nach Zentralafrika ausweichen kann…

Glücklicherweise gibt es Jeansmarken die ihre Verantwortung ernster nehmen. Sehr viel teurer sind deren Hosen zudem mitunter auch nicht. Hier geht es zur Übersicht von Marken die ebenso Jeans in ihrer Kollektion haben.

Und @mustangjeans: Es ist an der Zeit, nehmt eure Verantwortung ernst!

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