Wie nachhaltig sind deine Lieblingsmarken?

Neumarkter Lammsbräu weiterhin nachhaltigste Biermarke

Wie klima- und umweltfreundlich werden Deutschlands populärste Biermarken gebraut? Nach unseren letztmaligen Untersuchungen Ende 2013 haben wir unsere Rankings zu Biermarken in diesem Monat aktualisiert. Im Vergleich zum 2013er Ranking konnten sich einige Brauereien deutlich im Ranking verbessern. Allen voran Warsteiner und Paulaner. Die Top-Marke bleibt jedoch Neumarkter Lammsbräu. Und das mit klarem Vorsprung sowie einzige Biermarke, die wir mit einem B-Label als empfehlenswert einstufen. Die Schlusslichter im Ranking sind weiterhin Erdinger, Flensburger, Oettinger und Veltins sowie die Marken der Radeberger Gruppe Jever, Radeberger und Sternburg.

Die Top-Marke

Neumarkter Lammsbräu, Deutschlands beliebteste Bio-Biermarke, mit einem Marktanteil im Bio-Segment von über 60% im Jahr 2014, konnte die Spitzenposition im Vergleich zum 2013er Ranking nicht nur behaupten, sondern nochmal ausbauen. Die wesentlichen Gründe dafür sind, dass Neumarkter Lammsbräu Bier einerseits ausschließlich mit umweltzertifizierten Rohwaren (bspw. Bioland oder Naturland) hergestellt wird. Außerdem überzeugt die Brauerei mit klaren Maßnahmen, Zielvorgaben sowie erreichten, absoluten Emissionssenkungen in Sachen Klimaschutz.

Die Berichterstattung zur Nachhaltigkeit, seit nunmehr 23 Jahren, liefert zudem viele weitere Informationen und Kennzahlen zu Themen wie Verpackungs- und Müllaufkommen, Herkunft von Rohwaren aus der Region oder Angaben zum absoluten sowie relativen Wasserverbrauch in der Produktion. Neumarkter Lammsbräu‘s konkrete Berichterstattung sorgt somit dafür, dass keine Frage im Ranking offen bleibt. Unter allen von uns untersuchten Verbrauchermarken, mehr als 600, schaffen dies nur die wenigsten Unternehmen.

Wesentliche Abstriche im Ranking, im Vergleich zu anderen Brauereien, muss Neumarkter Lammsbräu demgegenüber nur bei den relativen Werten zur Emissions- und Wassereffizienz in der Produktion hinnehmen. Dem liegen Skaleneffekte zugrunde, welche bei Brauereien mit einem größeren Produktionsvolumen effizientere, relative Verbrauchs- und Emissionswerte erzeugen.

Die Aufsteiger

Warsteiner und Paulaner haben im Ranking den größten Satz nach oben gemacht. Beide Brauereien haben sich von einem D- auf ein C-Label verbessert. Warsteiner konnte sich zudem den zweiten Platz im Ranking sichern. Die bisher zweitplatzierte Marke Astra, teilt sich hingegen nun mit Paulaner den gemeinsamen dritten Platz.

Zurückzuführen ist die gute Entwicklung bei Warsteiner und Paulaner auf eine wesentlich verbesserte Berichterstattung zur Nachhaltigkeit. Beide Brauereien erlauben nun konkrete Rückschlüsse auf die absolute sowie relative Klimabilanz der Bierproduktion. Gleiches gilt für den Wasserverbrauch. Die jeweils positiv bewertbaren Resultate zur Klima- und Wasserbilanz bildeten schließlich auch die Grundlage für die wesentlich verbesserte Position im Ranking.

Bei anderen Themen lassen beide Brauerein hingegen noch Punkte im Ranking liegen. Konkretere Angaben zum Gebrauch erneuerbarer Energie sowie umweltzertifizierter Rohwaren könnten die Bewertung bei beiden Marken beispielsweise noch verbessern. Paulaner sollte darüber hinaus noch genauere Angaben zu den Resultaten der getroffenen Maßnahmen zur Verringerung des Verpackungsaufkommens machen. Beide Brauereien konnten hingegen mit verbesserten Abfallbilanzen punkten.

Das Mittelfeld

Die Biermarken der großen Brauereikonzerne Anheuser-Busch InBev und Heineken N.V. führen das Mittelfeld im Ranking an, gefolgt von Guinness, Krombacher und Bitburger. InBev’s und Heineken’s Marken wie Beck’s, Hasseröder und Heineken erzielen ein D-Label und werden von uns somit als kaum empfehlenswert eingestuft. Punkte im Ranking lassen solche Biermarken unter anderem deshalb liegen, weil wir sie überwiegend nur auf Grundlage der Bericherstattung der Brauereigruppen bewerten konnten, und nicht auf spezifischer Brauereiebene.

Zwar profitieren Marken wie Heineken, Beck’s oder Hasseröder von den guten, relativen Emissions- und Wasserverbrauchswerten auf Gesamtebene der Brauereigruppen. Zu anderen Themen, wie dem Bezug erneuerbarer Energie, Gebrauch umweltzertifizierter Rohwaren oder besseren Bilanzen zum absoluten Verpackungsaufkommen, versäumen es diese Marken jedoch, mit brauereispezifischen Kennzahlen gegebenenfalls noch weitere Punkte im Ranking zu erzielen.

Ein Beispiel: Anheuser-Busch InBev, die größte Brauereigruppe der Welt (Gesamtbieraustoß: 411,5 Millionen Hektoliter Bier in 2014) und Eigner von Biermarken wie Beck’s und Hasseröder, wies mit rund 6,07 Millionen Tonnen CO2e im Jahr 2014 nicht nur die mit Abstand höchsten, absoluten Klimaemissionen auf Gruppenebene auf. Gegenüber dem Jahr 2012 wurde sie sogar noch um rund 14% gesteigert. Weil jedoch für InBev’s Biermarken wie Beck’s oder Hasseröder keine brauereispezifischen Angaben zur absoluten Klimabilanz öffentlich gemacht wurden, konnten wir nur die Klimabilanz von Anheuser-Busch InBev auf Gruppenebene in die Wertung einbeziehen. Wenn allerdings die brauereispezifischen Klimabilanzen von Beck’s und / oder Hasseröder klar besser sind, verpassen sie somit eine bessere Bewertung in unserem Ranking.

Die Schlusslichter

Die Schlussgruppe ist auch im 2015er Ranking wieder sehr breit. Die schlechten Rankings für sowohl eigenständige Brauereien wie Augustiner, Flensburger, Störtebecker und Rothaus, als auch für Biermarken von Brauereigruppen wie Jever, Radeberger und Sternburg (alle Radeberger Gruppe) sind vor allem auf eine entweder nicht aussagekräftige oder im Grunde gar nicht existente Berichterstattung zur Nachhaltigkeit zurückzuführen. Welche Nachhaltigkeitsleistungen solche Brauereien aufweisen, bleibt somit weiterhin nicht wirklich erkenn- und vergleichbar.

Brauereien wie Augustiner, Erdinger, Flensburger, Oettinger, Störtebeker, Rothaus und Veltins berichten zwar vereinzelt positiv bewertbares. Insgesamt muss die Nachhaltigkeitsberichterstattung jedoch deutlich verbessert werden, um bessere Rückschlüsse zur gesamten Nachhaltigkeitsleistung der jeweiligen Brauereien treffen zu können. Ebenso weisen diese Brauereien bisher kaum Kommunikationsbereitschaft auf. Vor Veröffentlichung unserer neuen Rankings haben wir alle Brauereien um weitere Informationen sowie Feedback zu unseren Bewertungen gebeten.

Während beispielsweise Neumarkter Lammsbräu, Warsteiner, Krombacher, Bitburger und auch die Radeberger Gruppe von dieser Möglichkeit Gebrauch machten, gab es bisher keine Rückmeldung von Augustiner, Erdinger, Flensburger, Oettinger, Störtebeker, Rothaus und Veltins. Wir fordern daher mehr Transparenz und Kommunikationsbereitschaft von diesen Brauereien.

Dass die Bereitschaft für mehr Offenheit gegenüber dem Thema Nachhaltigkeit in letzter Konsequenz keine Frage der betrieblichen Kapazitäten ist, sondern vielmehr auf die Überzeugung der Geschäftsführung zurückgeht, beweisen dabei vereinzelt immer wieder (Pionier)unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen. Bei den durch uns bewerteten Brauereien ist Neumarkter Lammsbräu dafür das beste Beispiel.

Alle Details zu den Rankings..

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Die Bewertungskriterien..

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