Wie nachhaltig sind deine Lieblingsmarken?

Limos wenig prickelnd bei Nachhaltigkeit

Nach mittlerweile fast zwei Jahren haben wir unsere Rankings für Softdrinks aktualisiert. Weiterhin können wir zum aktuellen Zeitpunkt nur eine Marke als empfehlenswert einstufen: die Limonadenmarke Lemonaid aus Hamburg. Die Nachbarn auf dem Podium: Premium-Cola & Bionade. Beide Hersteller schneiden mit einem C-Label ebenfalls relativ gut ab. Die Mehrheit aller durch uns untersuchten Softdrinks überzeugt zu den meisten unserer Themen zum Klima- und Umweltschutz sowie Fairness allerdings kaum oder gar nicht.

Die meisten der 23 von uns untersuchten Hersteller populärer Cola- und / oder Limonadenmarken zeigen nur wenig Ambitionen und wenig positiv bewertbares wenn es um Themen wie die Verringerung von Klimaemissionen, Verpackung und Müll sowie Effizienz im Umgang mit Wasser geht. Ebenso kann kaum ein Hersteller überzeugend aufzeigen, dass die Zutaten der Getränke umweltfreundlich und fair angebaut werden.

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Spitzenreiter..

..im Ranking ist weiterhin Lemonaid. Die Hersteller der vergleichsweise kleinen sowie jungen Limonadenmarke lassen sämtliche Traditionsmarken wie Fanta, Sprite, 7Up oder Almdudler im Ranking hinter sich. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf den ausschließlichen Einsatz umwelt- und sozialzertifizierter Rohwaren. Darüber hinaus macht Lemonaid deutlich, woher die Zutaten bezogen werden. Auch nutzt die Marke ausschließlich Glas-Mehrwegflaschen, statt beispielsweise PET-Flaschen. (Konkretere) Angaben zum Klimaschutz, Müll- und Verpackungsaufkommen und Wasserverbrauch könnten das Ranking hingegen noch verbessern.

Die beste Cola-Marke..

..kommt ebenfalls aus Hamburg: Premium-Cola. Das Kollektiv ‘Premium’ lässt ebenfalls die gesamte Riege der meistverkauften Cola-Marken Coca-Cola, Pepsi, Vita Cola, River Cola, Freeway oder fritz-kola klar hinter sich. Premium-Cola überzeugt insbesondere durch die getroffenen Maßnahmen zum Klimaschutz. Beispielsweise durch die ausschließliche Nutzung erneuerbarer Energie in der Herstellung. Ausgestoßene Emissionen werden hingegen durch Ausgleichsprojekte in Schleswig-Holstein kompensiert. Punkte im Ranking lässt Premium-Cola hingegen dadurch liegen, weil die Zutaten der Cola (insbesondere Zuckerrüben und Kaffee) noch aus konventioneller Landwirtschaft stammen. Ebenso wurden keine bewertbaren Angaben zum Wasserverbrauch sowie Verpackungs- und Müllaufkommen gemacht. Wie Lemonaid nutzt jedoch auch Premium-Cola ausschließlich Glas-Mehrwegflaschen.

Der Aufsteiger..

..im Ranking ist Bionade. Auch wenn Bionade vielleicht die bekanntest Bio-Liomade im Lande ist: bis zum letzten Jahr hatte der Hersteller noch kaum etwas zählbares über andere Nachhaltigkeitsleistungen außer der Verarbeitung bio-zertifizierter Zutaten berichtet. Mit der Veröffentlichung eines ersten Nachhaltigkeitsberichts hat sich dies grundlegend geändert. Bionade punktet nun insbesondere auch durch überzeugende Angaben zum Klimaschutz, was letztlich auch durch eine wesentlich verringerte Klimabilanz zum Ausdruck kommt. Zudem kompensiert auch Bionade restliche Klimaemissionen. Unklar bleibt hingegen noch immer, unter welchen sozialen Bedingungen Zutaten wie Zucker, Litschi, Orangen oder Ingwer angebaut und gehandelt werden.

Limo-Ranking-2015

Das Mittel- und Schlussfeld..

..liegt im Grunde recht eng beieinander. Angeführt wird das Feld von den Coca-Cola Company Marken Coca-Cola, Fanta und Sprite, dicht gefolgt von den PepsiCo Marken Pepsi, Punica und 7UP. Beide Hersteller weisen eine vergleichsweise umfassende Berichterstattung zur Nachhaltigkeit auf. Zu vielen Themen ist diese allerdings nicht überzeugend. Insbesondere zu den verarbeiteten Rohstoffen und Verpackungsmaterialien. Die Klimabilanz von PepsiCo ist in 2014 (im Vergleich zu 2013) zudem leicht angestiegen, während Coca-Cola Company erst gar keine absolute Klimabilanz veröffentlicht.

Marken wie Vita Cola, Almdudler, Club-Mate, fritz-kola, afri cola oder Red Bull schneiden demgegenüber gar noch schlechter ab. Gleiches trifft auch auf die Cola-Marken der Discounter Aldi (River Cola) und Lidl (Freeway) zu. Diese Hersteller geben letztlich kaum mehr Aufschluss darüber, ob deren Getränke entsprechend Kriterien der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit empfehlenswert sind.

Alle Details zu den Rankings..

..können hier eingesehen werden.

Die Bewertungskriterien..

..können hier eingesehen werden.

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2 Comments

  1. Matthias Utec
    Posted 24/10/2015 at 9:02 am | Permalink

    Man könnte meinen, dass es bei der Studie nur darum ging, die bedeutendsten Alternativen zur Coca Cola auf die Plätze zu verweisen…Dass noch ein paar kleine Marken vor dem Limo-Riesen sind, juckt ihn bestimmt nicht. Ein nachhaltiges Image hat er eh nicht…Aber irgendwie ist die Gefahr, dass man die allgegenwärtige Coca Cola jetzt wieder mit ausreichend gutem Gewissen trinkt. Wie kann denn ein Getränk, dass einen einfach nur krank macht, nachhaltig sein? Was für Kriterien wurden angewendet?

  2. János Adelsberger
    Posted 24/10/2015 at 12:26 pm | Permalink

    Ist es nicht ein bisschen irreführend von fehlenden Angaben auf eine schlechte Öko-Bilanz zu schließen? Ich meine klar, man könnte davon ausgehen, dass die Werte so schlecht sind, dass man sie nicht veröffentlicht aber besonders fair erscheint mir das nicht.

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