Wie nachhaltig sind deine Lieblingsmarken?

Neu im Ranking: Kosmetik & Körperpflege

Wie nachhaltig sind eigentlich Lush, The Body Shop oder L’Oréal? Jeden Monat erreichen uns viele Anfragen für weitere Rankings bisher noch nicht untersuchter Marken. Unter den Marken von bisher noch nicht untersuchten Branchen gehörten Kosmetikmarken dabei immer zu den Marken, die am häufigsten angefragt wurden. Im Rahmen der Natural Beautycase Kampagne der Niederländischen NGO Stoere Vrouwen (dt. Starke Frauen) wurde es nun möglich, dass wir Marken für Kosmetik & Körperpflege erstmals untersuchen konnten. Für den Anfang haben wir 30 Marken untersucht (hier kannst du weitere Marken anfragen, sofern deine Lieblingsmarke noch nicht dabei ist).

Cosmetica-Banner-DE

 

Wie bei unseren anderen Rankings haben wir auch die Kosmetikmarken in den drei Themenbereichen Klima- und Umweltschutz sowie Arbeitsbedingungen untersucht. Neben üblicherweise populären Themen wie Inhaltsstoffen oder Tierschutz, haben uns demnach ebenso Themen wie der Bezug erneuerbarer Energie, Ressourceneffizienz oder faire Arbeitsbedingungen beim Abbau von Mineralien wie Glimmer interessiert (die Bewertungskriterien können im Detail hier eingesehen werden).

Der Spitzenreiter in unserem neuen Ranking für Kosmetikmarken ist Weleda. Auf den weiteren Plätzen folgen mit Dr. Hauschka, Logona, Sante, laveraLiving Nature und Zao ebenfalls ausschließlich Naturkosmetik-Hersteller. Weleda, Dr. Hauschka, Logona und Sante stufen wir mit einem B-Label dabei als ’empfehlenswert’ ein. lavera, Living Nature und Zao erhalten aktuell eine C-Label Bewertung und werden somit als ‘bedingt empfehlenswert’ eingestuft.

Alle weiteren Marken im Ranking schneiden hingegen nicht besser als mit einem D-Label ab (‘kaum empfehlenswert’). Das Feld dieser Marken führen Eucerin und Nivea an. In diesem Segment des Rankings finden sich, neben L’Oréal, Dove oder Maybelline, auch Marken wie The Body Shop, Lush und Yves Rocher wieder.

Das Image dieser drei Marken wird eigentlich ebenfalls mit Begriffen wie ‘natürlich’, ‘Tierschutz’ oder ‘Ressourcenschutz’ assoziiert. Im Rahmen unserer Untersuchungen wird jedoch einerseits nochmal deutlich, dass diese Hersteller beispielsweise bei den verarbeiteten Inhaltsstoffen nicht mit Naturkosmetik-Marken verglichen werden können. So verarbeiten sowohl The Body Shop, Lush wie auch Yves Rocher in einigen Produkten Mikroplastik oder Parabene. Überdies bleiben zu Themen wie Klima-, Material- und / oder Abfallbilanzierung, Nutzung erneuerbarer Energie oder beim Anteil ‘natur’- und / oder ‘bio’-zertifizierter Produkte viele Fragen offen. Bei Lush und The Body Shop wird jedoch zumindest deutlich, dass Tierversuche ausgeschlossen sind.

App Tips zur Überprüfung von Kosmetikprodukten auf kritische Inhaltsstoffe: ToxFox & Codecheck

Neben Estée Lauder, M.A.C und Rimmel London sind zudem mit Aveda und Rituals zwei Marken selbst mit einem E-Label gelistet, die ebenso ein ‘naturbezogenes’ Markenimage pflegen. Diese beiden Hersteller liefern letztlich kaum mehr überzeugende Informationen, welche für ein besseres Ranking nötig wären. Wie bei den meisten D- und E-Label bewerteten Kosmetikmarken ist dies teilweise auch auf eine Nachhaltigkeitsberichterstattung zurückführen die, wie im Fall von Aveda, zwar durchaus umfassend ist, jedoch gleichzeitig weniges Konkretes zur tatsächlichen Nachhaltigkeitsleistung bietet.

Kosmetik-Ranking-2016

 

Bei den Konzernen Beiersdorf (Eucerin & Nivea), Unilever (Dermalogica, Dove & Zwitsal) und L’Oréal (Lancôme, L’Oréal, Maybelline und The Body Shop) ist die Berichterstattung teilweise zwar konkreter. Beispielsweise bezüglich Klima-, Material- und Abfallbilanzierungen. Die Marken dieser Hersteller erzielen aktuell jedoch ebenfalls keine guten Bewertungen. Ein bedeutsamer Grund dafür ist, dass diese Hersteller Inhaltsstoffe wie Mikroplastik, Silikone, Paraffine und andere erdölbasierte Inhaltsstoffe in ihren Markenprodukten verarbeiten. Die Verarbeitung genetisch veränderter oder bestrahlter Materialien kann für die jeweiligen Marken zudem ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Marken wie Nivea, L’Oréal oder Dove werden jedoch nicht allein deswegen als ‘kaum empfehlenswert’ eingestuft weil sie aufgrund der verarbeiteten Inhaltsstoffe grundsätzlich nicht als Naturkosmetik-Marken gelten können, sondern auch weil sie in anderen Themenbereichen Defizite aufweisen. So weisen die absoluten Klimabilanzen der eigenen Betriebstätigkeiten für Beiersdorf und L’Oreál einen Anstieg der Emissionen im letzten Berichtsjahr auf, veröffentlichen Unilever und L’Oréal keine aussagekräftigen Bilanzierungen zum jährlichen Materialverbrauch sowie erzeugtem Abfall und schließen sowohl Beiersdorf, L’Oreál wie auch Unilever Tierversuche nicht vollumfänglich aus.

Ebenso bleiben Resultate zu getroffenen Maßnahmen für faire Arbeits- und Handelsbedingungen beim An- / Abbau von tropischen Rohstoffen wie Palmöl, Sheabutter oder Kakaobutter sowie Mineralien wie Glimmer oder Gold zu sehr im Unklaren. Diese Kritikpunkte müssen jedoch auch an die Konzerne Estée Lauder (M.A.C & Estée Lauder) und Coty (Rimmel London) gerichtet werden. Dessen Marken erzielen schließlich lediglich eine E-Label Bewertung und werden somit als ‘nicht empfehlenswert’ eingestuft.

Jene Kosmetikmarken die wir mit einem B- oder C-Label als ’empfehlenswert’ (Weleda, Dr. Hauschka, Logona & Sante) oder zumindest ‘bedingt empfehlenswert’ (lavera, Living Nature & Zao) einstufen, überzeugen hingegen insbesondere bei den Umweltthemen. Sie entsprechen allesamt den Kriterien für Naturkosmetik von beispielsweise NATRUE, Ecocert, Demeter, COSMEBIO und / oder dem BDiH. Sie vermeiden somit auch den Einsatz bedenklicher Inhaltsstoffe wie Parabene, Silikone, Mikroplastik oder anderer erdölbasierter Inhaltsstoffe. Als vollständig vegan kann jedoch keine dieser Marken gelten. lavera erreicht mit etwas mehr als 90% den aktuell höchsten Anteil veganer Produkte.

In den Themenbereichen Klimaschutz und faire Arbeitsbedingungen schneiden die untersuchten Naturkosmetik-Hersteller im Vergleich zu den anderen Kosmetikmarken darüber hinaus nicht wesentlich besser ab. Die veröffentlichten Informationen und / oder Resultate sind auch hier bislang nicht wirklich überzeugend. Die aktuell eher eingeschränkte Berichterstattung zur Nachhaltigkeit verhindert dabei vor allem bei lavera, Living Nature und Zao ein noch besseres Ranking.

 

Alle Details zu den Rankings..

..können hier eingesehen werden.

Die Bewertungskriterien..

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6 Comments

  1. Sarah
    Posted 29/07/2016 at 10:12 pm | Permalink

    Vielen Dank für diese Einstufung! Dann habe ich ja bisher alles richtig gemacht 😉
    Ich hätte mich allerdings sehr über die Aufnahme der “Naturkosmetik Marke für alle” Alverde gefreut.

  2. Posted 08/08/2016 at 1:26 pm | Permalink

    Hallo Sarah, wir haben mit dieser Markenauswahl angefangen, aber möchten zukünftig gerne noch weitere Marken wie Alverde in das Ranking aufnehmen. Um kurzfristig Rankings weiterer Kosmetikmarken durchführen zu können, sind wir auf Spenden seitens unserer NutzerInnen angewiesen. Jeden Monat erhalten wir viele Anfragen für weitere Rankings. Wir müssen jedoch auf unsere Kapazitäten achten. Ohne Unterstützung lässt sich das sonst auf Dauer nicht stemmen.

  3. Angelika
    Posted 02/08/2016 at 1:52 pm | Permalink

    Ich vermisse die Firma Kneipp im Ranking

  4. Posted 08/08/2016 at 1:25 pm | Permalink

    Hallo Angelika, wir haben mit dieser Markenauswahl angefangen, aber möchten zukünftig gerne noch weitere Marken wie Kneipp in das Ranking aufnehmen. Um kurzfristig Rankings weiterer Kosmetikmarken durchführen zu können, sind wir auf Spenden seitens unserer NutzerInnen angewiesen. Jeden Monat erhalten wir viele Anfragen für weitere Rankings. Wir müssen jedoch auf unsere Kapazitäten achten. Ohne Unterstützung lässt sich das sonst auf Dauer nicht stemmen.

  5. Äffchen
    Posted 02/08/2016 at 5:45 pm | Permalink

    Ich bin überrascht und enttäuscht vom Mikroplastik bei Lush, andererseits fehlt mir hier ein enormer Plus- und bei den anderen Marken ein Minuspunkt: Der Aspekt der Verpackung. Lush bietet wiederverwendbare Dosen aus Metall und nur wenig Plastikmüll, also definitiv Minimal Waste. Die ganzen anderen Marken verursachen, dabei weitaus mehr. Oder wurde das doch mit einbezogen?

  6. Posted 08/08/2016 at 1:17 pm | Permalink

    Hallo, auch der Aspekt Verpackung wurde bei der Bewertung einbezogen. Das gute Maßnahmen seitens Lush umgesetzt werden ist zudem unbestritten. Was die tatsächlichen Resultate zum jährlichen Verpackungs-, wie auch Abfall- und Wasseraufkommen betrifft, ist die Berichterstattung von Lush bisher jedoch noch nicht konkret genug.