Wie nachhaltig sind deine Lieblingsmarken?

‘World Wide Waste’ – Website Ranking 2017

Sie sind unser täglicher Unterhalter, machen uns das Leben bequem und vernetzen die Welt. Ganz einfach, per Mausklick. Doch jeder Mausklick bedeutet Arbeit: Web-Unternehmen wie Google, Facebook, Twitter, Dropbox, LinkedIn oder eBay benötigen viel Energie für große Serverfarmen, beanspruchen ebenso die Arbeit vieler Menschen (einschließlich ihrer Lieferketten) und verbrauchen, trotz vermeintlicher Digitalität, viele natürliche Ressourcen. Wie ist es demnach um die Nachhaltigkeit von Google, Facebook, Twitter & Co. bestellt?

 

Unsere neuesten Rankings zeigen leider, dass sich im Vergleich zu den Ergebnissen der Vorjahre nicht allzu viel zum besseren entwickelt hat. Während die Infrastruktur der Webangebote immer ausgefeilter wird, lassen die Firmen Transparenz sowie überzeugende Resultate bezüglich Umwelt- und Klimaschutz, sowie sozialer Verantwortung weiterhin größtenteils vermissen.

Auch im aktuellen Ranking können wir demnach keine Marke mit einem A- oder B-Label ranken. Gmail, Google, Google+ und YouTube von Alphabet, Inc. reichen somit auch weiterhin eine C-Label Bewertung um die Führung im Ranking klar zu behaupten. Die Verfolgermarken Facebook und Instagram (Markeneigner Facebook, Inc.), Bing, Outlook.com und Skype (Markeneigner Microsoft Corp.) sowie eBay erzielen bereits lediglich eine D-Label Bewertung und werden somit als ‘kaum empfehlenswert’ eingestuft.

Alle weiteren Marken, wie zum Beispiel Yahoo!, GMX, WEB.DE oder Wikipedia bekommen mit maximal 2 von 16 möglichen Punkten eine E-Label Bewertung. Schlusslichter sind Unternehmen wie XING, Twitter und LinkedIn die gar keine stichhaltigen Informationen zur betrieblichen Nachhaltigkeit veröffentlichen.

 

Die meisten Marken punkten vor allem im Themenbereich Klimaschutz. E-Label Marken, welche zumindest ein oder zwei Punkte in ihrer Gesamtbewertung erreichten, erzielen diese beispielsweise ausschließlich zu Bewertungsfragen die den Klimaschutz betreffen. Exemplarisch sind hier GMX, WEB.DE (beides Marken der United Internet AG) oder auch Flickr und Yahoo! (beides Marken von Yahoo!, Inc.) zu nennen.

Insgesamt können 16 von 23 Marken Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen vorweisen. Immerhin 8 dieser 16 Marken können zudem mit ihrer Klimabilanz punkten. Diese Marken realisierten eine Reduktion und / oder Kompensation ihrer Treibhausgasemissionen um mindestens 10% in den letzten 5 Jahren. Außerdem können 11 Marken mit einer Power Usage Effectiveness (PUE) kleiner 1,5 für ihre Datenzentren aufwarten.

Die Berichterstattung sowie Ergebnisse zum Klimaschutz von Alphabet, Inc. erzielen in der aktuellen Untersuchung wieder die meisten Bewertungspunkte. Das Unternehmen weist überzeugende Klimabilanz- und PUE-Werte auf und macht unter allen untersuchten Unternehmen einzig glaubhaft und konkret genug deutlich, dass zumindest 28% der bezogenen Energie für Elektrizität aus erneuerbaren Quellen generiert wurden. Letztlich ist dies auch der entscheidende Grund für die Spitzenposition von Gmail, Google, Google+ und YouTube im aktuellen Ranking.

Die Berichterstattung der Unternehmen bezüglich betrieblicher Maßnahmen zum Umweltschutz ist grundsätzlich stark verbesserungswürdig. Keine der 23 Marken veröffentlicht beispielsweise überzeugende Strategien zur nachhaltigen Entsorgung von Elektronikschrott. Lediglich Alphabet, Inc. veröffentlicht außerdem positiv bewertbare Informationen zu einem zumindest teilweise nach Umweltkriterien ausgerichteten Beschaffungswesen. Allein Facebook, Inc. sowie Microsoft Corp. veröffentlichen zudem Angaben zum gesamtjährlichen Wasserverbrauch sowie getroffener Maßnahmen zur Verringerung dessen.

Keines der untersuchten Unternehmen macht überdies überzeugende Angaben zur Umsetzung von Standards für menschenwürdige Arbeitsbedingungen im Beschaffungswesen. Ebenso wird bei keinem Unternehmen ersichtlich, welche die zumindest wichtigsten Zulieferunternehmen sind. Dementsprechend konnten wir im Themenbereich Arbeitsbedingungen bisher keinen einzigen Bewertungspunkt vergeben. Im Vergleich zu den Themenbereichen Klima- und Umweltschutz wird der Thematik Arbeitsbedingungen in der Lieferkette demnach noch klar die geringste Aufmerksamkeit in der Berichterstattung gewidmet. Das nährt entsprechend keine großen Hoffnungen, dass ein faires Beschaffungswesen in der betrieblichen Praxis der untersuchten Websites von maßgebender Bedeutung ist.

 

Was können wir tun?

Die Abmeldung von Diensten wie Twitter, Facebook oder eBay wäre eine Option. Wer, wie auch wir bei Rank a Brand, soweit aber noch nicht gehen möchte, kann den untersuchten Marken allerdings in jedem Fall mitteilen, dass auch Themen wie Umwelt- und Klimaschutz sowie faire Arbeitsbedingungen zunehmend von Bedeutung sind wenn es darum geht zu entscheiden, welche Webdienste wir zukünftig nutzen wollen. Die kürzlich gestartete ‘Netflix-Kampagne’ von Greenpeace schlägt in die gleiche Kerbe. Vielversprechende Alternativen für einige Bereiche wie Mailing und Suche gibt es zudem: so zum Beispiel Posteo oder Ecosia. Unterstützt uns mit Spenden um Rankings auch zu solchen Marken realisieren zu können.

 

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