Wie nachhaltig sind deine Lieblingsmarken?

‘Sauber’ telefonieren – Telekomanbieter im Ranking

Beim Telefonieren und Surfen im Internet wird, wie beim Gebrauch von Websites selbst, kaum deutlich, dass auch unser Konsum von Telekommunikationsdienstleistungen auf Mensch und Umwelt wirkt. Im Anschluss unseres Website Rankings 2017 im Januar lassen wir nun unser Telekomanbieter Ranking 2017 folgen.

Untersucht haben wir erneut, welche Maßnahmen Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Teléfonica oder Vodafone treffen, um die Nutzung ihrer Telekommunikationsdienstleistungen so fair, klima- und umfreundlich wie möglich werden zu lassen. Im Zuge unseres aktuellen Rankings haben wir die folgenden 13 Marken untersucht: 1&1, Ay Yildiz, Base, Blau, Congstar, Fonic, Lebara, O2, Ortel, Tele2, Telekom, Vodafone und Yourfone.

Realisiert haben wir diese Rankings übrigens erstmals nicht innerhalb unseres Ranker-Teams, sondern mit Studenten der Rotterdam School of Management welche dort im zurückliegenden Semester den Kurs ‘Sustainability & Behavioural Ethics’ belegt hatten. Zu dieser Zusammenarbeit, welche wir als einen tollen Erfolg bewerten, folgt in den kommenden Tagen ein gesonderter Beitrag.

 

Spitzenreiter im aktuellen Ranking ist die Teléfonica-Marke Ortel. Für die Top-Position genügt dabei bereits eine C-Label Bewertung. Wir stufen Ortel demnach nur als ‘bedingt empfehlenswert’ ein. Alle nachfolgenden Marken erreichen überdies höchstens nur noch eine D-Label Bewertung und werden somit als ‘kaum empfehlenswert’ eingestuft. Eine Einstufung als ‘Top-Marke’ (A-Label) oder ’empfehlenswert’ (B-Label) erreicht also keine der untersuchten Marken.

Abgesehen von Yourfone berichten zwar alle Marken dass Maßnahmen zum Klimaschutz umgesetzt werden. Beispielsweise durch den Bezug und der eigenen Erzeugung erneuerbarer Energie, oder durch eine Steigerung der Energieeffizienz im Geschäftsbetrieb. Keines der untersuchten Unternehmen weißt jedoch eine Klimabilanz des eigenen Geschäftsbetriebs auf die in den zurückliegenden fünf Jahren um mindestens 10% reduziert werden konnte. Bei Vodafone und Teléfonica (Eigner von Ay Yildiz, Base, Blau, FonicOrtel und O2) stiegen diese vielmehr um rund 4% beziehungsweise 1,5% an. Lediglich die Deutsche Telekom konnte ihre absoluten Klimaemissionen zwischen den Jahren 2014 und 2015 um zumindest 5% verringern. Überzeugende Ziele für (weitere) Reduktionen in den folgenden Jahren kommuniziert zudem keines der untersuchten Unternehmen.

 

Auch können bis auf weiteres keine Bewertungspunkte bezüglich des Bezugs erneuerbarer Energie für Elektrizität vergeben werden. Zwar berichtet beispielsweise Teléfonica dass 74% des Energieverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird. Das Unternehmen wird allerdings nicht deutlich, woher und aus welchen Quellen diese Energie bezogen wird. Die tatsächliche Zusätzlichkeit des erneuerbaren Energiebezugs lässt sich somit nicht bestimmen, denn es wird nicht deutlich, ob es sich hierbei zum Beispiel um RECS-zertifizierte Energie aus Norwegischen Wasserkraftwerken handelt, oder ob die Energie für den Zeitpunkt des Gebrauchs tatsächlich quasi neu erzeugt wurde. Für die eigene Erzeugung erneuerbarer Energie erzielen die untersuchten Marken der Deutschen Telekom (Congstar, Telekom), Teléfonica und Vodafone aber zumindest einen Bewertungspunkt im aktuellen Ranking.

Untersucht haben wir die Telekomanbieter zudem auf Umwelt- und Sozialkriterien für ihr Produktangebot und im Beschaffungswesen für den eigenen Geschäftsbetrieb. Während keines der untersuchten Unternehmen bezüglich Umweltkriterien wie der Vermeidung riskanter Chemikalien in der angebotenen und genutzten Hardware, Produktlebenszyklen, Wasserverbrauch oder Müllerzeugung zu überzeugen wusste, konnten bei Sozialkriterien zu beispielsweise Arbeitsstandards oder Konfliktmineralien jedoch zumindest die Deutsche Telekom und Teléfonica überzeugen. Ausreichende Transparenz zu den wichtigsten Zulieferern der Telekomanbieter liefert wiederum keines der untersuchten Unternehmen.

Zusammenfassend bleibt für den Moment festzuhalten, dass Telefonieren und Surfen im Internet mit Deutschlands größten Telekom-Marken im Kern als nicht nachhaltig angesehen werden kann. Zumindest in Bezug auf den Gebrauch erneuerbarer Energie zeigt im Gegensatz dazu das Niederländische Telekomunternehmen KPN, dass 100% erneuerbare Energie sowie Deutlichkeit zu den Quellen der bezogenen Energie möglich ist. Ortel‘s Spitzenposition im aktuellen Ranking für Deutschland begründet sich – im Unterschied zu den anderen Teléfonica-Marken – des weiteren allein aufgrund des Umstandes, dass es sich hierbei um eine ‘Sim-Only’ Marke handelt die keine Hardware wie insbesondere Smartphones anbietet. Die Umweltbilanz stellt sich demnach hier automatisch besser dar, denn es wird somit zumindest der Neukauf von Hardware nicht fortwährend stimuliert.

 

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