Wie nachhaltig sind deine Lieblingsmarken?

Telekom-Ranking 2018: schlechte Verbindung zur Nachhaltigkeit

Handys, Digital-TV und Internet-Abos – du glaubst wahrscheinlich, dass für diese Dienste, die schließlich digital sind, Nachhaltigkeit keine große Rolle spielt.

Das tut sie aber. Es wird erwartet, dass der Telekommunikationssektor im Jahre 2025 10% des globalen Energiebedarfs beanspruchen wird. Deshalb ist Klimaschutz in dieser Branche ein wichtiges Thema. Zum jetzigen Zeitpunkt nutzen Telekommunikationsunternehmen außerdem reichlich Hightech-Elektronik und tausende Kilometer an Kabeln und Drähten, die, wenn sie nicht sachgemäß recycelt werden, zu den anwachsenden ökologischen und gesundheitlichen Konsequenzen des Elektromülls beitragen. Ein zusätzliches Problem sind die Produktionsbedingungen bei der Herstellung elektronischer Geräte sowie der Abbau von Konfliktmineralien. Denn Risiken wie schlechte Löhne, Kinder- und Zwangsarbeit sind weiterhin präsent.

Unser aktualisiertes Ranking zu Marken wie O2, Telekom, Vodafone oder 1&1 spiegelt dies wider. Unsere überarbeiteten Bewertungskriterien setzen dabei nun verstärkt Schwerpunkte auf den Klimawandel, Kreislaufwirtschaft und Arbeitsbedingungen. Wie im letzten Jahr wurden wir bei unseren diesjährigen Rankings – sehr zu unserer Freude – wieder von Masterstudenten des Studienganges Global Business & Sustainability der Rotterdam School of Management beraten und unterstützt.

Klimaneutralität ist kein unrealistisches Ziel – das niederländische Telekommunikationsunternehmen KPN hat das schon im Jahr 2015 erreicht. Bisher kommt jedoch keine der Marken im deutschen Raum, die hier überprüft wurden, nahe an das Erfüllen oder gar die Festlegung solch eines Ziels heran. Mit einem Ergebnis von 30% erfüllter Kriterien im Bewertungsbereich ‘Klimastrategie’, waren O2 von Telefónica und Congstar von der Deutschen Telekom noch die besten Marken – somit jedoch ebenfalls kaum überzeugend. Die anderen untersuchten Marken taten sich noch schwerer darzulegen, dass sie beispielsweise durch den Bezug erneuerbarer Energie einen überzeugenden Beitrag zum Klimaschutz leisten. Eine transparente Berichterstattung zur Reduzierung von Treibhausgasen in der Lieferkette, ist zudem bei keinem der untersuchten Dienstleister gegeben.

Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ist ebenso nicht utopisch. Leider hat bisher jedoch keine Telekommunikationsmarke sich dies als explizites Ziel gesetzt. Auch hier zeigt sich am ehesten Telefónica – Eigentümer der Marken O2, Base, blau mobilfunk, Ay Yildiz, Ortel Mobile und Fonic – mit der Berichterstattung zur Abfallstrategie am fortschrittlichsten und weist ein hohes Recyclinglevel auf. Die anderen untersuchten Telekommunikationsunternehmen bleiben hingegen zurück: für keine weitere Marke wird darüber berichtet, wie viel Prozent von den Produktionsmaterialien recycelt wurden.

Es gibt zudem keine Telekommunikationsmarke, die im Bewertungsbereich ‘Arbeitsbedingungen’ hoch punktet. Vodafone und die Marken von Telefónica weisen zwar noch am ehesten eine gute Entwicklung bei der Implementierung des Verhaltenskodex für faire Arbeitsbedingungen bei Lieferanten auf. Keine der hier überprüften Marken kann hingegen vollständig garantieren, dass zumindest ein Konfliktmineral fair beschafft wird. Ebenso zeigt sich bisher kein Telekommunikationsunternehmen transparent genug ist, um eine Liste der direkten Lieferanten bereitzustellen.

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