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Nachhaltigkeit bei deutschen Banken: Licht und Schatten

Das neue Ranking des Fair Finance Guide ist live. Die vierte Auflage des von Facing Finance koordinierten Fair Finance Guide Deutschland (FFG) verdeutlicht das aktuelle Niveau sozialer und ökologischer Nachhaltigkeitsregeln bei deutschen Banken und Sparkassen.

Der Fair Finance Guide, das erste transparente Vergleichsportal für Bankkund*innen in Deutschland, prüft die Selbstverpflichtungen von 14 Geldinstituten anhand von über 280 Kriterien in Bezug auf ihre Übereinstimmung mit internationalen Nachhaltigkeitsstandards.

Das Projekt wird von den Partnerorganisationen Facing Finance, Südwind, Rank a Brand und der Verbraucherzentrale Bremen realisiert sowie von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und der schwedischen Entwicklungsagentur Sida gefördert.

 

Die Ergebnisse

Nach mittlerweile mehr als 3 Jahren zeigt der Nachhaltigkeits-Check des Fair Finance Guide, der von einem intensiven Dialogprozess begleitet wird, weitere Erfolge: Insgesamt stieg das Bewertungsniveau der untersuchten Banken (ohne Neueinsteiger) um mehr als 5%. Insbesondere die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) als größte Landesbank sowie die katholische Pax-Bank haben in den vergangenen Jahren ihre Nachhaltigkeitsrichtlinien stark verbessert.

Nachdem die erste Auflage des FFG im März 2016 beide Banken noch auf den letzten Plätzen des Rankings verortet hatte, erfüllt die LBBW mittlerweile fast die Hälfte der Bewertungskriterien (48%) und löst damit die Commerzbank (35%) als nachhaltigste Großbank ab. Auch die Pax-Bank konnte sich um 13 Prozentpunkte auf 79% verbessern und damit ihre Position unter den führenden Nachhaltigkeitsbanken festigen. An der Spitze des Rankings liegen wie zuvor die GLS Bank (96%), die EthikBank (95%), die Triodos Bank (87%) und die evangelische KD-Bank (82%).

Wenn wir unsere globalen Lebensverhältnisse dauerhaft nachhaltiger gestalten wollen, müssen wir uns alle auch der Frage stellen, ob unser Geld für Waffenproduktion, Klimazerstörung, Ausbeutung oder andere, nicht nachhaltige Geschäftsmodelle missbraucht wird und dann ggf. darauf auch reagieren”, mahnt Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand von Facing Finance.

Die Sparkasse KölnBonn, welche 2018 erstmalig in den Fair Finance Guide aufgenommen wurde, konnte sich vom punktlosen letzten Platz auf immerhin 9% verbessern, bleibt aber weiter das Schlusslicht unter den 14 untersuchten Finanzinstituten. Neueinsteiger bei der Untersuchung sind die Stadtsparkasse Düsseldorf und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank. Beide Finanzinstitute konnten sich nur knapp vor der Sparkasse KölnBonn positionieren. Aber auch Großbanken wie die Commerzbank (35%), Deutsche Bank (34%), HypoVereinsbank (31%), DZ Bank (28%) und die Bayerische Landesbank (27%) unternehmen immer noch zu wenige Anstrengungen, stärkere Nachhaltigkeitskriterien zu etablieren und transparenter gegenüber ihrer Kundschaft zu werden.

Der Praxis-Check zeigt jedoch, dass es sich auch lohnt bei den neu bewerteten Banken genauer hinzuschauen: Die Stadtsparkasse Düsseldorf finanziert beispielsweise den Rüstungskonzern Rheinmetall, ein Unternehmen, in das auch ein von der Sparkasse KölnBonn angebotener Deka-Fonds (Deka Dividenden Rheinedition) investiert. Auch Fonds der Apotheker- und Ärztebank beteiligen sich an Rüstungsunternehmen wie beispielsweise Airbus, das unter anderem Atomwaffen herstellt bzw. modernisiert. Nur bei vier der Geldinstitute waren keine Verbindungen zu kritischen Unternehmen festzustellen: GLS Bank, EthikBank, Triodos und KD-Bank.

 

Fair Money Day, Chlodwigplatz Köln, 27. Mai 2019, 07:30 – 11:30

Am 27. Mai werden Facing Finance, Südwind, Rank a Brand und der Verbraucherzentrale Bremen im Rahmen des Aktionstages “Fair Money Day” in der Kölner Innenstadt bei Bankkund*innen für einen nachhaltigeren Umgang mit (ihrem) Geld werben und die neuesten Ergebnisse des Fair Finance Guide vorstellen. Unterstützt wird die Aktion vom Kölner Action-Kabarett-Duo Onkel Fisch.

 

Alle Details zum Fair Finance Guide

Das unabhängig recherchierte und frei zugängliche Bewertungsportal steht online zur Verfügung: www.fairfinanceguide.de. Der Fair Finance Guide Deutschland ist Teil des Netzwerkes Fair Finance Guide International, das mittlerweile in 10 Ländern weltweit aktiv ist. Das Projekt basiert auf einer von der niederländischen Agentur Profundo gemeinsam mit den über 40 beteiligten Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, Umweltgruppen und Verbraucherorganisationen entwickelten Methodik.

Reaktionen der Banken auf die Bewertung durch den Fair Finance Guide könnt ihr hier finden.

 

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